Unterkulm
Eine Industriebrache wird zum urbanen Zentrum

Der Gestaltungsplan für das KWC-Areal liegt öffentlich auf, demnächst legen die Bagger los.

Peter Siegrist
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Die KWC-Gasse führt durch den historischen Kern. Die Mühle (links hinten), die Giesserei (Querdach hinten ) und die Shedhalle (vorne rechts) bleiben erhalten. Peter Siegrist

Die KWC-Gasse führt durch den historischen Kern. Die Mühle (links hinten), die Giesserei (Querdach hinten ) und die Shedhalle (vorne rechts) bleiben erhalten. Peter Siegrist

Peter Siegrist - Bild und Text

Schritt für Schritt kommt in Unterkulm das Projekt zur Neugestaltung des KWC-Areals voran. Noch bis zum 17. Mai liegen auf der Gemeindeverwaltung der «Gestaltungsplan KWC-Areal» und der Planungsbericht öffentlich auf. Dabei verfügen die Planer in diesem mehrstufigen Bewilligungsverfahren über gute Karten, sind doch in dem von der Gemeinde durchgeführten Mitwirkungsverfahren keine Einwendungen eingegangen. Anfang April hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt in seinem abschliessenden Vorprüfungsbericht ebenfalls festgehalten, dass «ein vorbehaltloser Genehmigungsantrag» in Aussicht gestellt werden könne.

27 000 Quadratmeter gross ist das ehemalige Gelände der Armaturenfabrik KWC in Unterkulm. Im Osten wird es begrenzt durch das Trassee der WSB beim Bahnhof Nord, im Westen von der Wyna. Gearbeitet wird hier nur noch im Bürogebäude der KWC, die Produktion hat die Firma in eine neue Fabrik auf der anderen Seite der Wyna verlegt. Das Gelände gehört der Artemis Immobilien AG (ehemals Franke Immobilien AG), welche als Bauherrin plant, die heutige Industriebrache in eine «qualitativ hochwertige Überbauung» umzugestalten.

Areal für jedermann zugänglich

Die Grundlage für die Neuentwicklung des KWC-Areals hat die Gemeinde Unterkulm mit der Umzonung der ehemaligen Industriezone in eine Zentrumszone geschaffen. Im Gestaltungsplan sind sämtliche relevanten Bereiche wie Architektur, Aussenraumgestaltung, Verkehrsanbindung und die verschiedenen Nutzungen festgelegt aber auch Massnahmen gegen Lärm oder zum Hochwasserschutz. Das Areal wird künftig öffentlich zugänglich und eng mit dem Quartier vernetzt. Mitten durch das Areal führt eine KWC-Gasse, die den historischen Kern durchstösst. Dieser wird durch die Mühle, die Giesserei und die Shedhalle gebildet, denn die drei Gebäude bleiben erhalten. Hier ist eine gemischte Nutzung vorgesehen: Wohnungen sollen entstehen, aber auch Möglichkeiten für kleinere Geschäfte, ein Café oder andere Dienstleistungsangebote.

Markant präsentieren wird sich das neue Bürogebäude, in welches die Verwaltung der KWC zügeln will. Im Westen, gegen die Wyna hin, entstehen neue Wohnbauten, welche das Areal erst zu einem modernen Wohn- und Dienstleistungsquartier werden lassen.

Von Vizeammann Emil Huber besonders hervorgehoben wird die Tatsache, dass es gelungen ist, den neuen «KGV» (Kommunaler Gesamtplan Verkehr 2014) miteinzubinden. So werde das Standortpotenzial der WSB-Haltestelle Nord genutzt, weiter würden bewusst kommunale Langsamverkehr-Verbindungen geschaffen. Eine deutliche Aufwertung erfahre auch die Wyna, welche renaturiert und ökologisch aufgewertet werden könne.

Neuer KWC-Büroturm entsteht

Der Gestaltungsplan ist Grundlage für die weitere Projektierung hin bis zu den detaillierten Baueingaben. Was bereits auf dem Tisch der Artemis Immobilien AG liegt, ist die Bewilligung für den Rückbau der Gebäude, die nicht erhalten bleiben. Die Bauherrschaft wird in Kürze mit den Abbrucharbeiten beginnen. In einer ersten Bauetappe wird im Norden des Geländes der neue Büroturm der KWC entstehen. Im Laufe der nächsten Jahre wird um den erhaltenen, historischen Kern der Firma KWC ein neues, identitätsstiftendes Wohn- und Gewerbequartier entstehen.

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