Schöftland
Diese 26 Babys bekamen ihren eigenen Baum gepflanzt

Zum 25. Mal fand eine Baumpflanzaktion für die Kinder eines Jahrgangs statt.

Peter Weingartner
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Karin und Dan Gysel setzen ein Bäumchen für Micha (9 Monate), unterstützt von Elia (4,5 Jahre), während Livia sich versteckt.
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Für Jaron (4 Monate) sind Beat und Lena Müller am Werk. Auch Schwester Amelia (2) hilft nach Kräften mit.
Baumpflanzaktion für Kinder
Valerie (5) hatte am Pflanztag Geburtstag. Sie setzte mit Michael und Angelika Vögeli einen Baum für den fünf Monate alten Bruder Quentin.
Condita und Daniel Schönbächler haben eine Stieleiche gepflanzt, auf dass Sohnemann Diego (10,5 Monate) einst «seinen» Baum besuchen kann.
Hier packte Grossvater Hans Jörg Lerch mit an – zusammen mit den Eltern Salome und Matthias Lerch und Tochter Marina (2,5). Sie taten es für Janis (9 Monate).

Karin und Dan Gysel setzen ein Bäumchen für Micha (9 Monate), unterstützt von Elia (4,5 Jahre), während Livia sich versteckt.

Peter Weingartner

Muss der Tannwald am Böhler bald in Eichwald umgetauft werden? Auf jeden Fall werden dort Stieleichen gepflanzt. Förster Martin Leu erklärt, wie es zu diesem baumlosen Hang gekommen ist: «600 Kubikmeter, das entspricht 400 Bäumen, fällte am 3. Januar 2018 der Sturm Burglind; im Sommer schaffte der Borkenkäfer 200 Kubikmeter, und diesen Frühling putzte der Forstbetrieb den Rest.»

«Der Wald braucht Anhänger»

Leus Mitarbeiter haben das Terrain vorbereitet, indem sie Löcher bohrten, wo die jungen Eichen gesetzt werden können. Gemeinderätin Trudi Müller begrüsst 30 Erwachsene und 26 Kinder zur 25. Baumpflanzaktion. 39 Kinder sind 2018 in Schöftland zur Welt gekommen: von Alessandro bis Yanik. Trudi Müller weist auf den Wert des Waldes hin: Erholung, Ruhe, Pflanzen- und Tierwelt, reine Luft, Duft der Bäume. Sorge tragen zum Wald, das ist ihr Anliegen, und Dieter Fierz von der Betriebskommission der Ortsbürgergemeinde bläst ins gleiche Horn: «Der Wald braucht Anhänger.» Die Aktion soll eine echte Beziehung zur Natur vermitteln.

Gemäss Martin Leu werden in diesen Hang 1500 Stieleichen gesetzt. Ein Bruchteil davon an diesem Gründonnerstagnachmittag. Die meisten wird der Forstbetrieb in den Boden bringen. Leu hat «relativ grosse Bäume» gewählt. Die bräuchten keinen Zaun gegen hungrige Rehe. Vielmehr soll eine weisse Farbe die Bäume gegen das Wild schützen: «Wir probieren das jetzt einmal.»

Lustvolles trampen

Und dann gehts los, ab in den stotzigen Hang! Die Mitarbeiter des Forstbetriebs Oberes Suhrental legen Hand an, assistieren den Familien. Und die Kinder? Sie helfen das Loch zuschütten und trampen lustvoll die Erde um den Baum herum fest. «Schön, dass diese Aktion geschätzt wird», meint Gérald Magnin vom Forstbetrieb. Er weiss, dass diese bepflanzten Gebiete später wieder besucht werden. Da nimmt er auch Überstunden in Kauf. Ein Schild zeigt den jeweiligen Jahrgang an.

Das Wetter passt; die Abendsonne wärmt, ja, sie macht auch durstig, und so leert sich der Hang nach etwa drei Viertelstunden. Ausdauer beweist ein Grossvater mit seinem Enkel, derweil sich die Festbankgarnituren auf der Strasse zu füllen beginnen. Denn am Grill amtet Förster Martin Leu seines Amtes, während Trudi Müller und Dieter Fierz für Brot und Getränke zur Grillwurst sorgen.

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