Zetzwil
Der neue Kriminalroman von Peter Hirt fesselt über 500 Seiten hinweg

Peter Hirts zweiter Kriminalroman baut eine geheimnisvolle Atmosphäre auf und sorgt für fast unerträgliche Spannung.

Peter Siegrist
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Peter Hirt liess sich mit 63 Jahren pensionieren, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. psi

Peter Hirt liess sich mit 63 Jahren pensionieren, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. psi

Genau zehn Zeilen lässt der Zetzwiler Autor Peter Hirt den Lesern Zeit, bis etwas Entscheidendes geschieht und die Neugierde geweckt ist: Eine vierköpfige Familie aus der Region Aarau verreist nach Thailand in die Ferien. Kurz nach der Landung in Phuket, der Familienvater wartet am Förderband auf das Gepäck, steckt ihm ein Unbekannter einen unadressierten Brief zu und verschwindet wortlos in der Menge. Im Bus zum Hotel packt den Mann die Neugierde, und statt den Brief wegzuwerfen, bricht er den Umschlag auf. Er realisiert sofort, dass er Opfer einer Verwechslung wurde.

Im Brief liest er die konkreten Anweisungen für einen Auftragsmord an einem deutschen Politiker, der in Thailand weilt. Der Familienvater ist nicht nur verwechselt worden, er und seine Frau sind jetzt zu Mitwissern eines Aktionsplans einer international tätigen Killerbande geworden. Mehr noch, wie sich in der Folge zeigt: Die Familie ist unbeabsichtigt in die Fänge professioneller Verbrecher geraten. Sie wird erpresst, gedemütigt, geplagt, und vom Ehemann wird Unmögliches verlangt.

Peter Hirt schildert den eigentlichen «Ferien-Alb-Traum» der Familie. Er erzählt, wie die Familie psychisch und physisch unter Druck gerät, an erholsame Ferien ist nicht mehr zu denken. Selbst die beiden Kinder werden nicht verschont. Und das Fatale an der Geschichte ist, dass der Albtraum mit dem Abschluss der Ferien in Thailand nicht zu Ende ist, sondern, dass die Erpressungen sich in der Schweiz weiter fortsetzen, die Bande hat die Familie fest in ihrem Würgegriff.

Während Hirt die Haupthandlung bis zum Showdown und der vom Leser erhofften Auflösung am Schluss zwar zügig vorantreibt, unterlässt er es dennoch nicht, die Spannung mit Nebenhandlungen immer wieder zusätzlich anzufeuern.

Der Roman zeichnet sich aus durch eine Handlung, die fesselt, flüssig und schnörkellos geschrieben ist und durch die vom Autor geschickt aufgebaute Spannung über alle 500 Seiten hinweg. Er erzählt die Reaktionen und die Entwicklungen der beteiligten Figuren im Geschehen glaubhaft und erweckt die Neugierde der Leser.

Der «Ferien-Alb-Traum» ist das zweite Werk des Zetzwilers, nachdem er mit dem Thriller «Die weisse Krähe» vor zwei Jahren an die Öffentlichkeit getreten ist. Peter Hirt liess sich als Abteilungsleiter bei einer Sozialversicherung mit 63 Jahren pensionieren, um dem innern Drang nachzugeben und sich dem Schreiben zu widmen.

Lesung: Am 20. Februar, 19 Uhr, im Gymnastiksaal der Hirslandentraining, Bahnhofstrasse, Aarau. Der «Ferien-Alb-Traum» ist erschienen im Verlag tredition GmbH, Hamburg, und ist im Buchhandel erhältlich.

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