Region aargauSüd
"Das starre System mit Lebensabschnitten nach Jahreszahlen hat ausgedient"

Die Steuergruppe «Altersleitbild» orientiert über den Stand der Arbeiten und formuliert Ziele. Sie hält fest, dass Altersarbeit nicht auf Gemeinden beschränkt ist. Es sei vielmehr wichtig regional zu denken und zu handeln.

Peter Siegrist
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Steuergruppe Altersleitbild

Steuergruppe Altersleitbild

Aargauer Zeitung

Die grafische, klassische Alterspyramide ist zum Baum geworden. An einer Medienorientierung zeigte Projektleiter Roland Guntern am Beispiel der Region aargauSüd, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung 2015 und 2035 präsentiert. Die über 50-Jährigen werden zunehmen, dafür wird der Anteil der jüngeren Menschen abnehmen.

Projektgruppe

Um diesen absehbaren Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur aktiv zu begegnen, haben die zwölf aargauSüd Gemeinden eine Projektgruppe eingesetzt. Die Gruppe unter der Leitung von Roland Guntern von Pro Senectute hat den Auftrag bis im April 2012 eine Altersleitbild vorzulegen.

Mitglieder der Gruppe sind Fachleute verschiedener Richtungen: Renate Gautschy, Gemeindeammann Gontenschwil vertritt die Gemeinden, Rosmarie Gerber und Werner Sprenger vertreten die Institutionen wie Spital und Alterszentren.

Ambulante Angebote vorhanden

Unter dem Blickwinkel, «das Altersleitbild soll in die Zukunft schauen» hat die Gruppe in den Gemeinden den Istzustand erfasst und dabei festgestellt, dass die Region in vielen Bereichen gut aufgestellt ist.

So sei die medizinische Versorgung gut gewährleistet, ebenso stünden sämtliche ambulanten Dienstleistungen von Krankenpflege bis Fahrdienst im Angebot.«Gut abgedeckt» seien Sozialberatung und Seelsorge. Ebenso können die auch die älteren Leute auf eine breite Palette von Freizeitangeboten zugreifen.

Mängel bei Sicherheit

Selbst wenn kleinere Gemeinden nicht mehr über viele Einkaufsmöglichkeiten verfügten, hält die Gruppe fest, sei die Infrastruktur mit Post, Bankfilialen, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten in der Region gut. Auch das Angebot mit Veranstaltungen im Bereich Spiritualität und Sterbebegleitung erreiche jedes Dorf, es wird als gut taxiert.

Mängel stellt die Gruppe bei der Sicherheit im öffentlichen Raum fest. «Da ist bei Fussgängerzonen und Strassengestaltungen noch viel zu tun», sagt Renate Gautschy.

Austausch und Zusammenarbeit

Eine wichtige Erkenntnis aus der Ist-Analyse liegt bereits auf dem Tisch: «Altersarbeit macht nicht Halt vor den Gemeindegrenzen», sagt Renate Gautschy, «da müssen wir genau so regional denken und handeln, wie bei andern Themen auch.»

Die Gruppe erkennt, dass es in der Region Einrichtungen wie Seniorenforen braucht, in denen die Menschen selber aktiv werden. «Die Senioren sind s Fachleute, sie kennen ihre Bedürfnisse», ergänzt Guntern.

So hat ein Altersleitbild weder das Ziel nur den Status quo zu erfassen, noch die Anzahl Pflegeplätze zu eruieren. «Das Altersleitbild soll in die Zukunft schauen, es soll ermöglichen Brücken zwischen den Generationen zu schlagen», sagt Gautschy.

Alter beginnt nicht mit der Pension

«Wir müssen heute in Lebensphasen denken», erklärt Rosmarie Gerber, «die starren Systeme mit Lebensabschnitten nach Jahrzahlen haben ausgedient.» So hänge die Flexibilität des Denkens nicht mit dem Lebensalter zusammen, ebenso wenig die Gefahr der Vereinsamung.

Bevor die Gruppe nebst Leitsätzen auch konkrete Massnahmevorschläge macht, informiert sie die Bevölkerung am Donnerstag, 25. August, 19 Uhr, im Reinacher Saalbau. Regierungsrätin Susanne Hochuli referiert an dieser Veranstaltung zum Thema «Auf dem Weg zu einer neuen Alterspolitik».

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