Jahresbericht
Coronabedingt abgespeckte Generalversammlung: Altersheim Muhen in Topform

Der Trägerverein führt am Dienstag seine GV durch. Es ist das zweite anspruchsvolle Jahr in Folge. Die Hoffnung auf ein ausgeglichenes Betriebsergebnis dieses Jahr bleibt vorhanden.

Urs Helbling
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«Das wenige Fremdkapital könnte jederzeit zurückbezahlt werden.», Heimleiter Leonardo Stanca (Symbolbild)

«Das wenige Fremdkapital könnte jederzeit zurückbezahlt werden.», Heimleiter Leonardo Stanca (Symbolbild)

Chris Iseli

Es ist nicht einfach, ein Altersheim erfolgreich zu führen: gut zu sein bei der Betreuung der Bewohner und bei der Führung des Personals, ohne dabei die betriebswirtschaftlichen Aspekte zu vernachlässigen. Das gelingt im Regionalen Altersheim Muhen-Hirschthal-Holziken, dessen betriebliche Trägerorganisation, der Altersheimverein unter dem Präsidium von Hans Rösch (Hirschthal), am Dienstag coronabedingt eine abgespeckte Generalversammlung durchführt (die Mitglieder konnten sich schriftlich äussern). Die Liegenschaft gehört der Stiftung (Präsident Hans Ulrich Mathys, Holziken).

Ausreichend Mittel für Investitionen

«Wir verfügen über ausreichende Mittel, um künftige Investitionen selbst zu finanzieren.» Und: «Das wenige Fremdkapital könnte jederzeit zurückbezahlt werden.» Mit diesen beiden Sätzen im Anhang der Bilanz des Altersheimvereins wird klar zum Ausdruck gebracht, wie gesund die Organisation ist – was, wie andere Beispiele in der Region zeigen, keine Selbstverständlichkeit ist.

Dem Jahresbericht von Heimleiter Leonardo Stanca ist zu entnehmen, dass schon 2019 überdurchschnittlich anspruchsvoll war. Die Rede ist von einem «sehr heftigen Grippejahr» zwischen Februar und Anfang Mai. Eine der Auswirkungen: Die Zimmerbelegung sank, und mit ihr die Einnahmen aus den Pensionstaxen: minus 2 Prozent auf 2,09 Millionen Franken. «Durch die immer höheren Ansprüche an die Pflegeleistungen sind die Pflegetaxen weiter angestiegen», schreibt Stanca. Insgesamt machte das Altersheim einen Umsatz von 4,12 Millionen Franken (plus 3 Prozent). Der Betrieb profitierte davon, dass die Stiftung den Mietzins um 20'000 auf 240'000 Franken reduzierte, schaffte es aber trotzdem nicht ganz, schwarze Zahlen zu schreiben. Es gab ein Minus von 29'812 Franken (Vorjahr plus 10'896 Franken). Auf 2020 hin wurden die Taxen darum leicht angehoben. Ob sich die Hoffnung, dieses Jahr mindestens ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen, erfüllt, wird sich wegen Corona noch weisen müssen.

Sowohl Stiftung als auch Verein haben ihr Vermögen 2019 erfolgreich bewirtschaftet, durch Wertschriftenverkäufe Gewinne realisiert. Wie gut verankert der Verein ist, zeigt sich auch an den verdreifachten Todesfallspenden und dem Eingang von zwei Legaten (insgesamt 70'000 Franken).

Vor einem Jahr mit vielen Wechseln

Das Altersheim steht vor einem Jahr mit vielen personellen Wechseln: An der Spitze des Betriebs wird das Ehepaar Leonardo und Barbara Stanca 2021 an ihren Sohn Lucio (aktuell Pflegedienstleiter) übergeben. Beim Verein, dessen Vorstandsmitglieder durchwegs ehrenamtlich arbeiten, haben Präsident Rösch und Vizepräsident Mathys angekündigt, dass sie 2021 nicht mehr zur Wiederwahl (Amtszeit jeweils zwei Jahre) antreten werden. An der Generalversammlung soll Raphael Borer (Holziken) in den Vorstand zugewählt werden. Ihm gehören neben Rösch und Mathys an: Christian Keppler, Thierry Humbert, Astrid Wagner, Zita Rey und Susi Hürzeler.