Weihnachtskonzert
Was Weihnachten mit Shakespeare zu tun hat

Rune Bergmann dirigiert sein erstes Weihnachtskonzert mit Argovia Philharmonic.

Anna Raymann
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Die junge Sopranistin Kathrin Hottiger singt die Weihnachtskonzerte von Argovia Philharmonic.

Die junge Sopranistin Kathrin Hottiger singt die Weihnachtskonzerte von Argovia Philharmonic.

Patrick Hürlimann

Wie Mandarinen und Nüsse zum Samichlaus, gehören Konzerte in die ausklingende Adventszeit. Musste man in diesem Jahr auf so vieles verzichten, so will man denn mindestens dieses Vergnügen nicht missen. Und so ist auch in diesem Dezember ein Weihnachtskonzert fester Bestandteil des Saison-Programms von Argovia Philharmonic.

Es ist das erste Weihnachtskonzert, das der neue Chefdirigent Rune Bergmann mit Argovia Philharmonic dirigiert. Der Norweger bringt − ein verschmitzt persönlicher Gruss − Stücke aus dem winterlichen Norden mit, der «Wintersaga» von Lars-Erik Larsson etwa oder – ein klassisches Weihnachtsmärchen – Tschaikowskys «Nussknacker». «Winterträume», so auch der Konzerttitel, und ja, es ist wohl eine Zeit zum Träumen, vielleicht mehr noch als in anderen Jahren. Es ist ein Konzert, das Hoffnung machen will.

Der Dirigent nimmt die Trompete zur Hand

Für zwei Stücke wird Bergmann denn auch den Taktstock gegen die Trompete tauschen. Mit ihm zusammen tritt Kathrin Hottiger auf, der Argovia Philharmonic Dirigenten hat sich die junge Sopranistin als musikalische Begleitung gewünscht. «Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Rune Bergmann», erzählt auch Kathrin Hottiger:

«Bisher habe ich ihn nur als Privatperson kennen gelernt, nun werde ich ihn als Dirigent und auch gleich als Solist an der Trompete erleben.»

Im Programm stehen für das spannende Duo Let the Bright Seraphim und Lascia ch’io pianga aus der Oper « Rinaldo ». Kathrin Hottiger gefällt die Wahl: «Ich singe zwei sehr gegensätzliche Stücke – ein Jubelstück und dieses sehr bekannte Lamento. Diese Ambivalenz passt gut in die heutige Zeit, in der Trauer, aber auf Hoffnung und Freude sehr nah beieinanderliegen.»

Geschichten im Duett mit der Musik

Auch für viele, die sonst im Jahr nur selten den Weg ins Konzert finden, gehört mindestens zur Weihnachtszeit die Musik zur Tradition. Der Sopranistin geht es damit ähnlich:

«Als Sängerin ist für mich das Weihnachtsoratorium mindestens einmal im Jahr ein ‹Must›. Sonst ist es kein richtiges Weihnachten.»

Als Kind aber gehörte bei ihr das Krippenspiel eher zur Tradition als das Weihnachtskonzert. Und so scheint es gut zu passen, dass Argovia Philharmonic in diesem Jahr das Konzert mit Erzählungen auflockert. Eine Schauspielerin webt Weihnachtsgeschichten und Gedichte von William Shakespeare ins Programm.

Das Konzept taugt besonders für Kinderohren, Magie und Spannung darf es für sie schon sein. Zum Glück halten «Nussknacker» und Shakespeares «Wintermärchen» im Familienkonzert beides zur Genüge parat. Dort erfahren die jüngsten − und strengsten − Zuhörer von der Zauberkraft der Musik, die sogar Holzfiguren und versteinerte Mütter zum Leben erweckt. Die Sopranistin ist gespannt auf das Zusammenspiel zwischen Text und Musik. «Ein klassisches Weihnachtskonzert wird es jedenfalls nicht», sagt Hottiger.

Winterträume: 17.12. Gemeindesaal, Möriken-Wildegg, 18.12. Kurtheater, Baden, 19.12. Alte Reithalle Aarau. Zusätzliche Familienkonzerte in Baden und Aarau

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