«Roth war unsere grösste Panne»

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Nationalrat Andreas Glarner präsidiert seit diesem Jahr die SVP-Kantonalpartei. Der frühere Gemeindeammann von Oberwil-Lieli und Nationalrat über sein Wahlziel, Blochers Rente und die Panne Roth.

Herr Glarner, welcher Wähleranteil und wie viele Sitze sind Ihr Ziel im Grossen Rat?

Andreas Glarner: Wir haben 45 Sitze, die wollen wir halten.

Klar, Ihr Anteil ist mit 32 Prozent sehr hoch, aber ist dieses Ziel nicht zu defensiv?

Der Klimahype ist zum Glück etwas vorbei. Trotzdem können wir froh sein, wenn uns dieser nicht schadet. Bei den Nationalratswahlen 2019 sind wir abgeschifft. Es wäre vermessen, zu sagen, jetzt sei wieder alles gut. Zumal uns Christoph Blochers Rentendebatte auch nicht gerade nützt.

Schadet Ihnen nicht auch noch Ihre gescheiterte Regierungsrätin Franziska Roth?

Frau Roth aufzustellen, war ein Riesen-Fauxpas, ich hätte sie nicht aufgestellt. Aber die Wählerschaft hat uns das verziehen. Das zeigte die Wahl von Jean-­Pierre Gallati.

Welches war der grösster Erfolg der SVP in den letzten vier Jahren im Aargau?

Dass die AKB nicht verhökert wurde, jetzt nach dem Verschwinden der NAB erst recht!

Der grösste Misserfolg?

Frau Roth aufzustellen, war unsere grösste Panne.

Was ist Ihr grösstes Projekt im Aargau?

Wir wollen neue Steuern, Abgaben und Gebühren verhindern und im Gegenteil die Unternehmenssteuern markant senken, mit einer ganz anderen Ansiedlungspolitik Firmen und Gutverdienende anziehen, zum Beispiel auf den Mutschellen. Wir müssen unbedingt vom Finanzausgleichstropf wegkommen.

Behindert Corona den Wahlkampf?

Ja, auf jeden Fall. Auch uns Wohlgesinnte, auch Junge, machen fast einen Bogen um uns, wenn wir sie an einer Standaktion ohne Maske ansprechen.

Dann halt mit Maske.

Das geht nicht, die Leute müssen uns doch erkennen können.

Warum soll man SVP wählen?

Weil wir als einzige für diejenigen einstehen, die jeden Morgen aufstehen, zur Arbeit gehen und eigenverantwortlich für Haus, Hof und Kinder sorgen.

Die AZ startet heute mit einer Serie zu den Grossratswahlen. Täglich wird eine Partei vorgestellt, analysiert und der Parteipräsident im Kurzinterview befragt.

Morgen folgt die SP.

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