Region Aarau/Zofingen
Feuerwehren leisten wegen Wassermassen rund 180 Einsätze – 350 Notrufe gingen ein

Nach dem heftigen Gewitter vom Donnerstag hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. In Vordemwald standen Strassen unter Wasser, in der Region Zofingen kam es zu einem Erdrutsch.

Argovia Today
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Zahlreiche Einsätze im Kantonsgebiet wegen des Starkregens. Die Böden sind satt und nehmen kein Wasser mehr auf. Es fliesst an der Oberfläche ab.

Zahlreiche Einsätze im Kantonsgebiet wegen des Starkregens. Die Böden sind satt und nehmen kein Wasser mehr auf. Es fliesst an der Oberfläche ab.

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Auch am Donnerstagabend standen im Argovialand zahlreiche Keller und Strassenabschnitte unter Wasser. Wie die Kantonspolizei Aargau auf Anfrage mitteilt, leisteten in der Grossregion Aarau/Zofingen rund 30 Feuerwehren im Argovialand zahlreiche Einsätze. Die Notrufzentrale der Polizei war vorsorglich personell verstärkt worden. Im ganzen Kanton Aargau rückten sie über 180-mal aus, wie die Polizei am Freitagmorgen bekannt gibt. Meistens waren Wassereinbrüche in Kellern oder überflutete Strassen der Grund dafür. Am stärksten betroffen waren die Gemeinden Aarau, Erlinsbach, Brittnau und Vordemwald.

Bilder aus Vordemwald zeigen überflutete Strassen und Wasser, das in Keller eindringt. Alleine in dieser Gemeinde gab es mindestens 100 Meldungen wegen Wasser im Keller. Ganze Quartiere standen unter Wasser, die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun. Bei mindestens 30 Liegenschaften fiel zudem der Strom aus.

Über grössere Schäden ist der Kantonspolizei Aargau nichts bekannt. Trotzdem hätten die Mitarbeiter der Einsatzzentrale 14-Stunden-Schichten geleistet, erklärt Sprecher Bernhard Graser gegenüber Tele M1. Insgesamt seien rund 350 Notrufe eingegangen.

100 Meldungen aus dem Niederamt

Bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Solothurn gingen zwischen 18 Uhr und 20.30 Uhr rund 100 Meldungen ein, wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilt. Die Meldungen betrafen Wassereinbrüche in Kellern und einzelne überschwemmte Strassenabschnitte. Von den Gewittern besonders betroffen war das Niederamt, insbesondere Erlinsbach, Niedergösgen und Schönenwerd. Weder im Aargau noch im Niederamt wurden Personen verletzt.

Seit Anfang Woche haben die Gewitter gemäss einer ersten Bilanz Sachschäden in der Höhe von 1,1 Millionen Franken verursacht. Die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) registrierte bislang 416 Schadenmeldungen. Wie SGV-Direktor Markus Schüpbach am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, gab es 307 Sturmschäden und 100 Blitzschäden mit je einer halben Million Franken Schadensumme. Zudem seien 14 Hagelfälle und Schäden wegen zwei Erdrutschen gemeldet worden.

Doch auch auf der A2 kam es zu Behinderungen. So war zwischen der Verzweigung Wiggertal und Reiden der Pannenstreifen wegen Hochwasser gesperrt, meldete der TCS. Mittlerweile konnte er wieder freigegeben werden. Jedoch ist die Strasse zwischen Moosersagi und Reitnau wegen eines Erdrutsches gesperrt.

Bahnhof Aarau stand unter Wasser

Immerhin sind die Einschränkungen im Schienenverkehr rund um Aarau behoben, nachdem der Bahnhof am Donnerstag unter Wasser gestanden hatte. Auf Twitter veröffentlichten SP-Nationalrätin Gabriela Suter und weitere Nutzer rasch Bilder des Spektakels:

Das Wasser gegen 22.00 Uhr im Untergeschoss des Bahnhofgebäudes abfliessen. Allerdings ist der Bahnverkehr zwischen Spiez und Interlaken Ost wegen eines Erdrutsches unterbrochen.

Keller in Suhr geflutet

Ein ArgoviaToday-Leser in der Nähe Bachstrasse in Suhr meldete 50 Zentimeter Wasser in seinem Keller. Die Feuerwehr musste anrücken und den Keller auspumpen.

Doch nicht nur die Aargauer Hauptstadt wurde vom Unwetter heimgesucht: Die Kantonspolizei bestätigte am Mittwoch dutzende Anrufe wegen Unwetterschäden von Brittnau bis Aarau. Der Grund für die Überschwemmungen scheint simpel: «Es schüttet wie aus Kübeln! An einigen Orten sind in den letzten 3 Tagen über 100 mm Regen gefallen, bspw. in Thun, Aarau oder Gösgen», schreibt MeteoNews auf Twitter. Die Böden seien teils gesättigt, damit könne der Regen nun nicht mehr versickern, was zu Überflutungen führe, heisst es weiter.

Doch nicht nur die Wassermengen waren bisher eindrücklich. Auch die Zahl der Blitze ist deutlich höher als 2020. Im Kanton Aargau gab es im Juni bereits knapp zehnmal mehr Blitzentladungen als im Vorjahresmonat, berichtet Meteonews.

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