Ständerat
Politexperte Silvio Bircher: «SVP muss ihre Haltung überdenken»

Für alt Regierungsrat und Politbeobacher Silvio Bircher ist klar: Will die SVP künftig für den Aargau wieder im Ständerat sitzen, muss sie ihre kompromisslose Haltung überdenken und mit der FDP zusammenspannen.

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Der Sieg von Christine Egerszegi sei ein Erfolg der Politikerin Egerszegi und auch deren Partei, sagt Bircher im Video-Interview mit az. Und auch ein Klatsche für die SVP. «Es ist der Partei nicht gelungen, ausserhalb des eigenen Wählerspektrums gross Stimmen zu holen.»

Der Grund liegt für Bircher auf der Hand: Die SVP hat mit Ulrich Giezendanner aufs falsche Ross gesetzt. Bircher ist überzeugt, dass der bisherige SVP-Ständerat Maximilian Reimann deutlich besser abgeschnitten hätte.

Verworrener Wahlkampf

Ob die SVP damit ihren Sitz hätte halten können? Bircher bezweifelt auch das. «Ich wage zu bezweifeln, ob Christine Egerszegi deswegen abgewählt worden wäre.»

Bircher kritisiert Giezendanner für dessen fahrigen Wahlkampf. Er habe eine sehr verworrene Kampagne geführt, mal staatsmännisch, mal als «Polteri». Die Wähler wurden dadurch verwirrt, glaubt Bircher. Auch Giezendenner bezeichnet sein Hüst und Hott im Nachhinein als Fehler. Es hätte nie staatsmännisch auftreten sollen, sagt der gescheiterte SVP-Kandidat.

Mit der Wahl des Frauenduos kommt es nun zu einer politischen Gewichtsverschiebung - von mitterechs nach mittelinks. Vor allem bei Themen, bei denen es knapp wird, könnte das Aargauer Duo in Zukunft gewichtigen Einfluss ausüben. Eine Kursänderung wird es sicher in der Energiepolitik geben, Bruderer steht für den Atomausstieg, Reimann war dagegen. (rsn)

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