Nussbaumen
Nach Angriff mit dem Messer: Staatsanwaltschaft will 28-Jährigen in die Psychiatrie schicken

Ein 28-jähriger Schweizer soll im vergangenen September in Nussbaumen versucht haben, seine Mutter und eine ihr zu Hilfe eilende Frau zu töten. Laut psychiatrischem Gutachten ist er schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb die Anordnung einer stationären Massnahme beantragt.

Dominic Kobelt
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Die Polizei beim Einsatz im September 2020.

Die Polizei beim Einsatz im September 2020.

TeleM1

Wie die Staatsanwaltschaft Baden in einer Mitteilung schreibt, wirft sie dem Beschuldigten vor, am Vormittag des 5. September 2020 nach einem gemeinsamen Spaziergang unvermittelt seine Mutter gewürgt zu haben. Erst nach der Intervention einer 53-jährigen Frau liess er von ihr ab. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war es lediglich dem Zufall und dieser Frau zu verdanken, dass die Mutter nicht starb.

Unmittelbar danach – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – drängte der Beschuldigte die Frau, die seiner Mutter zu Hilfe geeilt war, in die Wohnung seiner Mutter. Dort fügte er der 53-Jährigen mit einem Messer zuerst mehrere Stich- und Schnittverletzungen im Hals- und Brustbereich zu. Danach würgte er auch sie. Er liess erst von ihr ab, als sie sich totstellte.

Auch hier war es aus Sicht der Staatsanwaltschaft lediglich dem Zufall sowie dem Totstellen des Opfers zu verdanken, dass der Tod nicht eintrat. Die Polizei rückte damals aus, nachdem sie den Hinweis erhielt, dass ein Mann herumschreie und Drohungen ausspreche.

Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, äusserte sich damals gegenüber Tele M1 zum Einsatz.

CH Media Video Unit/ Tele M1

Beschuldigter leidet an paranoider Schizophrenie

Der Beschuldigte kann sich laut eigener Aussage lediglich an den Angriff auf seine Mutter erinnern. Gemäss einem psychiatrische Gutachten hatte er zum Tatzeitpunkt erstmals an einem akuten und schweren Krankheitsschub einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie gelitten. Deshalb kommt es zum Schluss, dass der Beschuldigte schuldunfähig sei.

Die Staatsanwaltschaft Baden hat auf dieser Grundlage statt Anklage wegen mehrfacher versuchter Tötung zu erheben die Anordnung einer stationären Massnahme beantragt. Der Beschuldigte befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug. Der Antrag auf Anordnung einer Massnahme ist am Bezirksgericht Baden hängig.

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