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Zwei Repols arbeiten gut zusammen – eine Fusion wird «laufend geprüft»

Die gemeinsamen Patrouillen der Regionalpolizeien Seetal und Lenzburg bewähren sich. Obwohl eine Fusion viele Abläufe vereinfachen würde und auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, ist dieser Schritt höchstens mittelfristig realistisch.

Fritz Thut
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Repol-Lenzburg-Vizechef Christian Kämpf, Repol-Seetal-Präsident Rolf Jäggi und Repol-Seetal-Chef Martin Ott mit den Patrouillen-Autos. tf

Repol-Lenzburg-Vizechef Christian Kämpf, Repol-Seetal-Präsident Rolf Jäggi und Repol-Seetal-Chef Martin Ott mit den Patrouillen-Autos. tf

Wenn Polizeifahrzeuge der Regionalpolizei (Repol) Lenzburg und Seetal im jeweils fremden Gebiet unterwegs sind, ist dies nicht Ausdruck von «Wilderei», sondern äusseres Zeichen der Zusammenarbeit der beiden Polizeikorps.

Seit 2010 ist die Kooperation durch einen Vertrag schriftlich geregelt und die regelmässigen gemeinsamen Patrouillen-Fahrten haben sich laut Aussagen der Beteiligten für beide Seiten bewährt.

Repol Seetal: Trotz Zivilangestellter Personalsorgen 2013

Das letzte Jahr stand bei der Repol Seetal im Zeichen der erstmaligen Anstellung einer Zivilangestellten. Mit diesem Schritt, den die angeschlossenen Gemeinden Boniswil, Dürrenäsch, Egliswil, Fahrwangen, Hallwil, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Seengen und Seon im Vorjahr beschlossen hatten, sollten die planmässigen sieben Polizisten mehr Luft für ihre eigentliche Arbeit erhalten.

Wegen der Vakanz nach einem personellen Wechsel und krankheitsbedingten Ausfällen kämpfte die Repol Seetal gleichwohl mit Personalsorgen: «Im vergangenen Jahr musste der Dienst leider mit Unterbestand verrichtet werden», schreibt Repol-Chef Martin Ott im Jahresbericht 2013.
Dank der Unterstützung der Repol Lenzburg habe die Vorgabe, «mindestens 30 Prozent der Arbeitsstunden in uniformierter Präsenz zu absolvieren», erfüllt werden können. Abgenommen hat dafür die Anzahl der Geschwindigkeitsmessungen, wobei die Zahl der Übertretungen leicht zunahm. (tf)

Für eine Fusion ist es zu früh

Die Frage nach einer noch engeren Zusammenarbeit, ja gar nach einem Zusammenschluss der beiden Repols, liegt da auf der Hand. «Das wird laufend und eingehend geprüft», hält Rolf Jäggi fest. Der Egliswiler Gemeindeammann ist seit diesem Jahr Präsident des Ausschusses der Repol Seetal, der Trägerschaft, in der die neun angeschlossenen Gemeinden vertreten sind.

Obwohl eine Fusion in der täglichen Polizeiarbeit viele Abläufe vereinfachen würde und auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, ist dieser Schritt höchstens mittelfristig realistisch. Grund dafür sind die unterschiedlichen politischen Strukturen der beiden Regionalpolizeien. Während bei der Repol Lenzburg, der elf weitere Gemeinden angeschlossen sind, die Stadt Lenzburg eine zentrale Rolle einnimmt, «gewichten die Seetaler die Gemeindeautonomie höher», so Jäggi.

Die Mitsprache der einzelnen Gemeinden wird geschätzt und eine Änderung «würde im Moment wohl nicht überall akzeptiert», schätzt Präsident Jäggi die Lage ein. Da trifft es sich gut, dass der Repol-Seetal-Chef Martin Ott mit einer Diplomarbeit im Rahmen eines Weiterbildungs-Offizierslehrgangs ein Grundlagenpapier zu genau diesem Thema verfassen wird.

Erhöhung der Präsenz

«Wir haben mit der Zusammenarbeit mit der Repol Seetal sehr gute Erfahrungen gemacht», sieht Christian Kämpf, der stellvertretende Leiter der Repol Lenzburg, vor allem einen Vorteil bei den gemeinsamen Patrouillen: «Dadurch erhöhen wir die wichtige Präsenz in der Öffentlichkeit.»

Für die Seetaler mit ihrem halb so grossen Bestand ist die Kooperation essenziell: «Wir sind auf die Partner in Lenzburg angewiesen, um die erforderlichen Standards zu erfüllen», hält Ott fest. Wie weit die beiden Polizeikorps bereits heute verzahnt sind, zeigt sich in der Tatsache, dass die (noch unabhängig erstellten) Dienstpläne auf einem einzigen A4-Blatt ausgedruckt werden.

Für Repol-Seetal-Präsident Jäggi ist die öffentliche Präsenz wichtig: «Die Bevölkerung soll die Polizisten als Partner sehen. Dies müssen wir als Ziel haben.»

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