Lenzburg
Zwei Lenzburger Persönlichkeiten und die zufällig entdeckte Gemeinsamkeit

Schulpsychologe Reinhardt Staudenmann und Peter Jud, Geschäftsführer von Schloss Lenzburg, trafen sich am Sonntag zu einem persönlichen und heiteren Gespräch im Müllerhaus.

Markus Christen
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Eine heitere Gesprächsrunde im Müllerhaus mit Peter Jud, Moderator Peter Buri und Reinhardt Staudenmann (v.l.).

Eine heitere Gesprächsrunde im Müllerhaus mit Peter Jud, Moderator Peter Buri und Reinhardt Staudenmann (v.l.).

Markus Christen

Als «höchster Lenzburger» wurde Peter Jud am Sonntagvormittag im Müllerhaus vorgestellt. Dies gelte, so präzisierte Moderator Peter Buri, insbesondere unter Berücksichtigung der Wohn- und Arbeitslage: Seit 18 Jahren ist Peter Jud als Geschäftsführer zuständig für die Belange von Schloss Lenzburg. Mit Jud am Tisch sass Schulpsychologe Reinhardt Staudenmann. Zwei spannende Lenzburger, aber ohne jeden Schnittpunkt, so schien es. Oder vielleicht doch?

Es ist das, was die Gesprächsveranstaltung «Lenzburg Persönlich» so spannend macht; der Gwunder am Gegenüber und die Kindheitserinnerungen, biografischen Anekdoten und Einblicke ins tägliche Schaffen, die es dem Publikum ermöglichen, zwei Menschen kennen zu lernen – herausgekitzelt und erfragt durch die umsichtige und treffsichere Moderation von Peter Buri. Dabei hat sowohl Tiefgründiges Platz, wie auch ganz eigentümliche Volten des Alltags. So zum Beispiel Reinhardt Staudenmanns Angewohnheit, den Morgen aus gesundheitlichen Gründen mit einer Tasse Tee einzuläuten, im Anschluss dann aber zwei Zigaretten zu paffen. Es ist unter anderem diese versöhnliche Aufrichtigkeit, welche die Gesprächsrunde jeweils zu einem äusserst sympathischen Anlass macht.

Schlossbetrieb ist 24-Stunden-Job

Im Verlaufe des Gespräches tauchte sie dann doch auf, diese Schnittstelle, diese Gemeinsamkeit zwischen Peter Jud und Reinhardt Staudenmann: der ursprüngliche und prägende Wunsch, Lehrer zu werden. Die Begeisterung für die Technik liess Peter Jud, der in Benken (SG) auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, dann allerdings doch den Beruf eines Radioelektrikers erlernen. Für die Entscheidung, auf Schloss Lenzburg zu ziehen, war später das Interesse an der Geschichte ausschlaggebend.

«Der Betrieb des Schlosses ist eine 24-Stunden-Aufgabe», sagte Peter Jud im Müllerhaus. «Auf der Lenzburg wollen alle den schönsten Anlass haben, egal welche Veranstaltung im Vorfeld stattgefunden hat oder noch ansteht. Die entsprechende Organisation bietet viele Herausforderungen.»

Von Reinhardt Staudenmann wollte Peter Buri wissen, ob der Bedarf an psychologischer Betreuung in der Schule tatsächlich stark zugenommen habe oder ob dieser Bedarf durch die Psychologen allenfalls auch bewirtschaftet werde. «Sowohl als auch», antwortete Reinhardt Staudenmann. Es besteht in der heutigen Zeit ein grösseres Mass an Orientierungslosigkeit und Entwurzelung. Gleichzeitig wurde aber auch das System hellhöriger, man will nichts verpassen.»

Grosse Veränderung steht an

Zu einer Veränderung wird es bei «Lenzburg Persönlich» im nächsten Jahr kommen. Die Veranstaltung vom kommenden März wird die letzte durch Peter Buri moderierte sein. Wie Karin Büchli, Geschäftsführerin der Stiftung Dr. Hans und Gertrude Müller, verrät, befindet sich die Suche nach einem Nachfolger auf einem guten Wege.

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