Seengen
Zusatzkredit für Hochwasserschutz beantragt: Gemeinde muss mehr Massnahmen ergreifen

Der Gemeindeversammlung von Seengen wird ein Zusatzkredit für Massnahmen gegen Hochwasser vorgelegt. Mit diesem soll der Hochwasserabfluss auf die Oberdorfstrasse um 75 bis 80 Prozent reduziert werden.

Michael Küng
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Der Gemeinderat von Seengen beantragt total 1,8 Millionen Franken.

Der Gemeinderat von Seengen beantragt total 1,8 Millionen Franken.

Pascal Meier

Am Freitag trifft sich die Bevölkerung von Seengen zur Gemeindeversammlung. Dabei erwartet sie in mehrfacher Hinsicht erfreuliche Zahlen: Die Jahresrechnung 2017 schloss mit einem Überschuss von 1,3 Millionen Franken ab. Nachdem in den letzten Jahren kontinuierlich Schulden abgebaut worden sind, weist Seengen dieses Jahr zum ersten Mal seit 2011 wieder ein Nettovermögen aus: 112 000 Franken oder 28,05 Franken pro Einwohner.

Das zweite Massnahmenpaket für die Erschliessung vom Gebiet Bündtli wurde über 20 Prozent günstiger als projektiert. So können die Seengerinnen und Seenger eine Kreditabrechnung über 391 000 Franken verabschieden an Stelle der mit dem Verpflichtungskredit möglichen 493 000 Franken. Die Einsparung verteilt sich ungefähr hälftig auf einen kleineren Landerwerb und günstigere Erschliessungskosten.

Für die nächsten Projekte müssen ausserdem einige neue Kredite bewilligt werden. So beantragt der Gemeinderat für die Sanierung des gut 50-jährigen Schulhaus Nr. 3 einen Planungskredit über 151 000 Franken. Damit sollen passende Massnahmen für eine wärmetechnische Sanierung ausgearbeitet werden, nachdem an der Fassade Mängel aufgefallen sind. Der Gemeinderat betont, dass er für die kostspieligen Arbeiten an der Fassade das beste Kosten-/Nutzenverhältnis anstrebt.

Weitere 220 000 Franken sind für Hochwasserschutzmassnahmen entlang der Oberdorf- und der Schulstrasse vorgesehen. Es handelt sich um einen Zusatzkredit, nachdem die Gemeindeversammlung bereits 2014 einen Kredit über 280 000 Franken für verschiedene Hochwasserschutzmassnahmen in dem Gebiet bewilligt hatte.

Ziel ist, dass sich der Hochwasserabfluss auf die Oberdorfstrasse um 75 bis 80 Prozent reduziert. Dadurch würden viele Grundeigentümer auf eigene Schutzmassnahmen verzichten können, schreibt der Gemeinderat. Der Zusatzkredit ist nötig, weil sich während den Arbeiten gezeigt hat, dass mehr getan werden muss als ursprünglich gedacht. So ist die Bachmauer unterhalb des Mühleweihers nicht nur sanierungsbedürftig, sondern auch zu klein. Mit 120 000 Franken soll sie deshalb um fünf Meter verlängert und erhöht werden. Ausserdem wird die Bachsohle erneuert.

Die verbleibenden 100 000 Franken, die zusätzlich beantragt werden, sind für das Geschieberückhaltebecken an der Oberdorfstrasse vorgesehen. Dieses sollte ursprünglich mit der Strassensanierung instand gesetzt werden, da davon ausgegangen wurde, dass nur kleine Arbeiten nötig sind. Inzwischen ist klar, dass der Zustand des Beckens viel schlechter und deshalb ein kompletter Umbau nötig ist.

Ausbau im Steueramt

Aktuell betreut das regionale Steueramt Ammerswil-Egliswil-Seengen mit 320 Stellenprozenten rund 3622 steuerpflichtige Personen. Das entspricht 1132 Steuererklärungen pro Vollzeitstelle. Laut dem kantonalen Steueramt können mit einer Stelle je nach Komplexität der Fälle 800 bis 1100 Steuerpflichtige betreut werden.

Weil der Durchschnittsfall im regionalen Steueramt als hochkomplex eingestuft wird und die Bautätigkeit in den drei Gemeinden die Belastung zusätzlich steigern wird, beantragt die Gemeinde, den Stellenplan schrittweise um bis zu 80 Stellenprozent ausbauen zu dürfen. In einem ersten Schritt würde um 30 Prozent ausgebaut, die übrigen 50 Stellenprozent nach Bedarf eingesetzt. Die Mehrkosten von maximal 80 000 Franken pro Jahr würden auf die am regionalen Steueramt beteiligten Gemeinden verteilt.

Des Weiteren wird Seengen darüber abstimmen, ob im Regenweg für 1,13 Millionen Franken die Wasser- und Kanalisationsleitung saniert und die Beleuchtung modernisiert werden kann. Betroffen sind insgesamt Leitungen mit einer Länge von 810 Metern. Bei der Beleuchtung will die Gemeinde Seengen die Kosten für die Kandelaber übernehmen, den übrigen Aufwand trägt die AEW Energie AG. Im «Ghei» soll ausserdem eine alte Kanalisationsleitung für 275 000 Franken ersetzt werden.

Zu guter Letzt stehen zwei Einbürgerungen auf der Traktandenliste: Beide Kandidaten sind in der Schweiz geboren und werden vom Gemeinderat zur Einbürgerung empfohlen.

Gemeindeversammlung: 8. Juni, 20 Uhr, Mehrzweckhalle

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