Aare-Reuss
1000 Besucher an einem Tag: Wie sich die Raiffeisen auf ihr Jubiläumsfest in Coronazeiten vorbereitet

Die Raiffeisenbank Aare-Reuss feiert dieses Wochenende in Wildegg ihr 100-jähriges Jubiläum. Als kantonale Pilot-Grossveranstaltung musste sie einiges in die Vorbereitung stecken.

Florian Wicki
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Festgelände zur Feier des 100-jährigen Jubiläums der Raiffeisenbank Aare-Reuss auf der Langmatt; Bild aus dem Schloss Wildegg.

Festgelände zur Feier des 100-jährigen Jubiläums der Raiffeisenbank Aare-Reuss auf der Langmatt; Bild aus dem Schloss Wildegg.

zvg

Sie könne es noch immer fast nicht glauben, erklärt Andrea Märki, Leiterin Marketing bei der Raiffeisenbank Aare-Reuss, auf der grünen Langmatte zwischen ARA und Schloss Wildegg: «Vor zweieinhalb Wochen kam die Bewilligung des Kantons und seit da arbeiten wir quasi Tag und Nacht.» Sie spricht von der Bewilligung, dass die Bank einen Tag ihres am kommenden Wochenende stattfindenden Jubiläumsfests als kantonale Pilotveranstaltung – also eine Grossveranstaltung in Coronazeiten – durchführen kann.

Als Pilotveranstaltung gilt nur der Samstag, weswegen die Bank an diesem Tag ganze 1000 Besucherinnen und Besucher begrüssen darf, hingegen am Donnerstag, am Freitag und am Sonntag nur deren 300. Immerhin, findet Märki. Aber: «Wir hätten die Veranstaltung auch mit 50 Gästen durchgeführt, so sehr haben wir uns auf diesen Anlass gefreut.» Für das Jubiläum fährt die Bank denn auch grossen Geschütze auf: So sind am Anlass Schweizer Musikgrössen wie Sina, Marc Sway oder ZiBBZ zu sehen.

Risotto mit Hackbällchen oder Falafel

Bezahlen müssen die Gäste nichts für den Eintritt, dafür Kundin oder Kunde bei der Raiffeisenbank Aare-Reuss sein. Man wolle der Kundschaft mit dem Anlass etwas zurückgeben, so Märki: «Schliesslich wäre die Bank ohne diese keine 100 Jahre alt geworden.»

Zurückgeben will man auch der Region, weshalb für die Organisation des ganzen Anlasses so weit wie möglich regionale Lieferanten und Dienstleister angeheuert wurden. So ist zum Beispiel der Aarauer Gasthof Schützen für die Verpflegung zuständig – auf der Speisekarte steht Risotto mit Hackbällchen oder in vegetarisch mit Falafel, Optionen gebe es auch für Laktoseintolerante und Veganer. Für das Technische ist die Melliger Firma Megatron Veranstaltungstechnik AG zuständig, für Sanitäranlagen und Festmobiliar die Gebhard Wildegg AG.

Die Raiffeisen Member Music Session füllt die ganze Breite der Wildegger Langmatte.
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Am Info-Point erhalten die Besucher ihre Sitzplatznummer, die für den ganzen Anlass gültig ist.
Ganze 30 solcher Festbankgarnituren werden zu Covid-Teststationen umgebaut.
Bisher stehen 300 Stühle vor der Bühne, am Samstag werden es 1000 sein. Stets mit dem nötigen Abstand, wie das Massband in der linken Hälfte zeigt.
Durch diesen Ausgang müssen die Besucher, um wieder zur Festwirtschaft zu gelangen.

Die Raiffeisen Member Music Session füllt die ganze Breite der Wildegger Langmatte.

Florian Wicki

Vom Chef bis zum Stiftin machen alle mit

Und auch die Angestellten der Raiffeisenbank Aare-Reuss leisten am Festival ihren Beitrag, vom Vorsitzenden der Bankleitung bis zur Lernenden einmal durchs ganze Organigramm. Und die Unterstützung brauche es auch, erklärt Märki, ist der vom Raiffeisen-Personal besetzte Infostand doch gleich die erste Anlaufstelle auf dem Festgelände: «Am Infopoint werden die angemeldeten Besucherinnen und Besucher registriert und erhalten dort auch gleiche ihre Sitznummer, die sowohl im Zelt beim Essen als auch am Konzert vor der Bühne gefunden werden kann.»

Dann geht es erst durch die Coronateststationen, jedenfalls für einen Teil der Besucher, wie Daniel Streit erklärt. Der Leiter Privatkundenberatung und Mitglied der Bankleitung ist beim Fest für die Teststationen zuständig: «Vor der Station werden die Besucherinnen und Besucher triagiert. Jene mit gültigem Covid-Zertifikat – geimpft, genesen oder getestet – oder mit einem Impfnachweis nehmen den rechten Gang, alle anderen den linken Gang zu den Teststationen.»

An den Teststationen werden unter Anleitung der Wildegger Apotheke Brentano durch den ebenfalls einheimischen Samariterverein Antigen-Schnelltests durchgeführt, und zwar an 30 Festbankgarnituren. Denn die haben laut Streit die richtige Masse: Dank über 2 Metern Länge können so pro Station zwei Besucherinnen und Besucher gleichzeitig getestet werden, oder 60 pro 15 Minuten, 240 pro Stunde. Gegenüber stehen Sitzgelegenheiten zur Verfügung, um die 15 Minuten Wartezeit zu verbringen, die der Test mit sich bringt.

Im Sitzen darf die Maske fallen

Danach führt der Weg in die Festwirtschaft, die an den drei regulären Tagen in einem Zirkuszelt stattfindet, während an der Pilotveranstaltung noch zwei weitere Zelte hinzukommen, um die Kapazität zu erhöhen. Hier sind die Sitzplätze bereits nummeriert, der Abstand abgemessen, sodass die Atemschutzmaske im Sitzen ausgezogen werden kann.

Dasselbe gilt auch für den Konzertbereich. Dort stehen an den regulären Tagen 300 Stühle in Zweierpärchen bereit, von Freitag auf Samstag müssen die Veranstalter in Nachtarbeit 700 weitere aufstellen. Teil des Schutzkonzepts ist ausserdem, dass die Besucher nach dem Konzert nicht auf dem gleichen Weg wieder in die Festwirtschaft zurückkönnen, sondern noch einmal durch den Haupteingang rein und allenfalls an der Teststation (inklusive Test) vorbeimüssen: So soll Gegenverkehr vermieden werden, da sich sonst zu viele Leute gleichzeitig auf zu wenig Raum aufhalten würden, besonders wenn es stockt.

Das Schutzkonzept sei sehr anspruchsvoll gewesen, so Märki, doch hätten sie wertvolle Hinweise und Hilfeleistungen vom Kanton erhalten. Dieser werde die Pilotveranstaltung am Samstag ebenfalls besuchen und sich ein Bild vom Betrieb machen. Ausserdem muss die Bank nach Ende der Veranstaltung einen Evaluationsbericht an den Kanton schicken und darin die gesammelten Erkenntnisse der Veranstaltung präsentieren.

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