Seon
Wenn Schmarotzer sich als Gäste ausgeben

Die Theatergruppe spielt die Komödie «Lueged emol verbii», ein Stück, das trefflich unterhält und viel zum Lachen bietet. Premiere ist am Samstag.

Peter Weingartner
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Auch bei der Familie Geissberger, die sich selbst bei den Roths eingeladen hat, herrscht nicht immer eitel Sonnenschein.

Auch bei der Familie Geissberger, die sich selbst bei den Roths eingeladen hat, herrscht nicht immer eitel Sonnenschein.

Peter Weingartner Picasa

Was passiert, wenn jemand höflich gemeinte Alltagsfloskeln ernst nimmt, zeigt die Theatergruppe Seon ab dem 31. Oktober in der Turnhalle. «Lueged emol verbii» – wer hat das in den Ferien nicht schon leichthin gesagt und das Gegenteil gemeint?

Geissbergers nehmen die «Einladung» der Familie Roth, im Vorjahr in Ibiza ausgesprochen, ernst. Unvermittelt stehen sie vor der Tür. Die Gäste entpuppen sich als schamlose Schmarotzer, lassen sich bedienen, bedienen sich selbst, und das in einer Dreistigkeit, die frappiert. Wie bringen die Roths Geissbergers wieder aus dem Haus? Zumal jene mit Gepäck für Wochen, einem stinkenden Hamster und einer verwöhnten Tochter auffahren?

«Wir machen Volkstheater, Komödien, wollen unterhalten», sagt Regisseur Christoph Plaz. Das treue Stammpublikum dankt es dem Verein mit vollem Haus. Eine derbe Sprache mit anzüglichen Sprüchen und gehörig Situationskomik kommen gut an. Und die Spielenden können ihre komödiantischen Talente schön ausleben.

Ohne Souffleusen

«Ich möchte, dass ihr nicht mehr aus der Rolle fallt», sagt der Regisseur am Probewochenende. Und dann gehts ans Aufwärmen, während auf der Bühne noch Bilder montiert werden. Erstmals spielen die Seoner Theaterleute an den Vorstellungen ohne Souffleusen. An den Proben ist Gelegenheit, sich bei Hängern improvisierend aus der Affäre zu ziehen.

«Du bist in Panik; nimm etwas in die Hände!», unterbricht Plaz die Probe und machts vor. Die Rolle der Gastgeberin wider Willen ist eine besonders anspruchsvolle, braucht es doch ein gerüttelt Mass an Selbstverleugnung, sich dergestalt auf der Nase herumtanzen zu lassen.

«Lueged emol verbii». Der Titel des Dreiakters von Ulla Kling, war auch das Motto der öffentlichen Probe. «Wir wollten den Leuten einen Blick hinter die Kulisse ermöglichen», sagt Christoph Plaz, und er zeigt sich hell begeistert: «Sieben Leute zwischen 7 und 50 Jahren sind gekommen.» Natürlich geht es dem Verein auch um eine Blutauffrischung. Nächstes Jahr soll es wieder eine solche Probe geben.

Fünf Aufführungen

Noch hat das Stück Längen, und noch bleibt Zeit, an Tempo und Textsicherheit zu arbeiten. Das Ergebnis von 40 Proben seit April ist ab dem 31. Oktober fünf Mal zu sehen. Am Tag der Premiere um 20 Uhr ist nachmittags um 14 Uhr die Kindervorstellung. Gespielt wird zudem am Mittwoch 4., Freitag, 6. und Samstag, 7. November jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 8. November um 14 Uhr.

Vorverkauf Per Internet www.theatervereinseon.ch oder telefonisch unter 076 204 83 54.