Volksinitiative betreffend Firsthöhe abgelehnt

Ruth Steiner
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Gemeindeversammlung Bevor es zu den Abschiedsfeierlichkeiten für den scheidenden Gemeindeammann Rolf Jäggi ging, wurde im Egliswiler Gemeindesaal heftig debattiert: Stein des Anstosses war die Volksinitiative, mit welcher in der Dorfkernzone eine Begrenzung der Häuserhöhe von 12,8 Meter verlangt worden war. Anstatt jedoch ­diese Forderung in einer Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) separat zu behandeln, wie es Initianten ver­langten, hatte der Gemeinderat dem Souverän beantragt, das Begehren im Rahmen der laufenden Gesamtrevision der BNO zu bearbeiten. Noch lägen nicht alle Fakten auf dem Tisch, um über konkrete Zahlen diskutieren zu können, argumentierte Jäggi.

Den einen Vertretern der Initianten war der Antrag des Gemeinderates zu schwammig formuliert. Sie verlangten nach ­Nägel mit Köpfen. Der Gemeinderat nehme das Anliegen der Initianten nicht ernst und missachte deren Willen, wurde bemängelt.

In der aktuellen BNO wird eine Gebäudehöhe bis maximal 15,8 Meter geführt. Das ist den Initianten zu hoch. Sie befürchten, bis die BNO-Revision über die Bühne sei, könne munter höher gebaut werden und Egliswil dabei in der Kernzone seinen Dorfcharakter verlieren.

Keine Teilrevision der BNO wegen Gebäudehöhe

Jäggi beschwichtigte die Bedenken, der Gemeinderat prüfe jedes Projekt genau, schlimmstenfalls könne eine Planungszone verhängt werden. «Wir sind keine Bananenrepublik in Egliswil», sagte er an die Adresse der Bedenkenträger. Eher überraschend folgten 77 der anwesenden 129 Stimmbürger (total 1062 Stimmberechtigte) dem Antrag des Gemeinderats. Die in der Initiative geforderte separate Revision der BNO für eine Firsthöhenbegrenzung in der Dorfkernzone wurde abgelehnt.

Ammann Jäggi schenkte seinen Egliswilern zum Abschied eine Senkung des Steuerfusses um 2 auf 105 Prozent. Die Stimmbürger nahmen das Präsent gerne entgegen und hiessen das Budget 2020 mit einem Minus von 99300 Franken gut. An Investitionen sind rund 1,4 Millionen Franken vorgesehen. Die grössten Brocken macht der neue Werkhof mit 1,1 Millionen Franken aus.