Strandbad Tennwil
Nach 22 Jahren ist Schluss – Betriebsleiter Daniel Leuenberger zieht nach Lappland

Mehr als zwei Jahrzehnte lang hatte Daniel Leuenberger im Arbeiterstrandbad in Tennwil das Sagen. Der Betriebsleiter war sich für nichts zu schade. Ein Besuch am letzten Arbeitstag.

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Der letzte Tag in der Schweiz von Daniel Leuenberger.

Tele M1

(cri) Ein Tag wie jeder andere scheint es zu sein an diesem wunderbaren Frühlingssonntag. Nicht so für Daniel Leuenberger. Er sitzt heute zum letzten Mal an der Kasse des Arbeiterstrandbads Tennwil. Gegenüber «Tele M1» sagt er:

«Ich realisiere das noch gar nicht. Vielleicht werde ich dann am Abend etwas wehmütig.»

Zum Start in die neue Woche verlässt er die Schweiz und wandert aus – in den hohen Norden zieht es ihn. Er sagt, er suche die Ruhe. Die finde er in Lappland. Dort sei die Natur und es gebe viel Platz, sagt er. Obwohl ihm das Arbeiterstrandbad ans Herz gewachsen ist, werde es ihm bestimmt auch in seiner neuen Heimat gefallen.

An seinem langjährigen Arbeitsort wird er indes fehlen. Leuenberger war äusserst beliebt, gerade bei den Campern, die dauerhaft am Hallwilersee waren. Einer von ihnen sagt, der Betriebsleiter habe die Probleme ernst genommen und «nicht den Diktator» gespielt.

Ein tödlicher Unfall im vergangenen Jahr

Aber es hat auch schwierige Momente gegeben. Im vergangenen Jahr kam es am 1. August zu einem schweren Unfall. Nicht im Wasser, aber an der Barriere beim Parkplatz. Eine Rentnerin wird von einem rollenden Auto eingeklemmt und erliegt im Spital ihren Verletzungen. «Das war sehr tragisch», sagt Daniel Leuenberger, als er auf den Unfall angesprochen wird. Er streicht aber auch heraus, dass alle anderen Unfälle im Endeffekt gut ausgegangen seien.

Zum Abschied hat Daniel Leuenberger ein Buch bekommen. Darin halten seine Freunde die Highlights fest, die der Betriebsleiter während seinen 22 Jahren im Arbeiterstrandbad Tennwil erleben durfte. Leuenberger blättert stolz im Buch und sagt: «Hier hatten wir den Bundesrat zu Besuch.»

Seit drei Wochen feiere der 62-Jährige nun bereits Abschied. Es sei einmalig, gesteht er. Was er jetzt noch braucht, damit er seinen Auswanderertraum verwirklichen kann, ist ein negativer Coronatest.

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