Aargau
Staufen will das Pumpwerk

An der Gemeindeversammlung wurde der Kredit von 226'220 Franken bewilligt.

Markus Christen
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Gemeindeversammlung mit Maske: (von links) Gemeindeammann Otto Moser, Gemeindeschreiber Mike Barth, Gemeinderätin Denise Berger und Gemeinderat Urs Welti.

Gemeindeversammlung mit Maske: (von links) Gemeindeammann Otto Moser, Gemeindeschreiber Mike Barth, Gemeinderätin Denise Berger und Gemeinderat Urs Welti.

Markus Christen

Staufen wächst und wächst. Spürbar wird die anhaltende Bevölkerungszunahme insbesondere in der Schule. Eine Prognose geht von rund 90 zusätzlichen Primarschülerinnen und -Schülern in nur vier Jahren aus. Dies entspricht einer Zunahme der Schülerzahl von knapp 30 Prozent. Ebenfalls geht die Prognose von vier bis sechs zusätzlichen Primarschulklassen aus, die in vier Jahren benötigt werden.

All diese Zahlen schlagen sich in einem Bedürfnis nach mehr Schulraum nieder. Und auf dieses Bedürfnis hat die Staufner Bevölkerung an der vorgestrigen Einwohnergemeindeversammlung reagiert. Die 93 in der Turnhalle anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigten mit einer grossen Mehrheit einen Kredit über 4,34 Millionen Franken zum Bau eines neuen Kindergartens.

Auf das Budget 2021 hat die finanzintensive Investition noch keinen einschneidenden Einfluss. Dieses wurde mit einem unveränderten Steuerfuss von 76 Prozent und einem veranschlagten Aufwandüberschuss von 387'800 Franken ebenfalls genehmigt. Allerdings bereitete Gemeinderat Urs Welti die Versammlungsteilnehmer auf eine Steuerfusserhöhung im übernächsten Jahr vor. «Die Investitionen machen eine Steuerfusserhöhung um mindestens fünf Prozent wahrscheinlich.»

Ein weiteres zukunftsträchtiges Projekt brachte die Gmeind derweil mit einem Kredit über 266'220 Franken auf den Weg. Mit diesem soll eine gemeinsame Wasserbeschaffung der Gemeinden Staufen, Rupperswil und Hunzenschwil im Gebiet «Suret» westlich von Rupperswil geplant werden.

Da für das bestehende Grundwasserpumpwerk Bleichematt keine Schutzzonen ausgeschieden werden können, werde es in absehbarer Zeit ersetzt werden müssen, erläuterte Gemeindeammann Otto Moser das Vorhaben: «Mit einem neuen, von drei Gemeinden im Eigentümerverbund realisierten Grundwasserpumpwerk wird die Wasserversorgung von Staufen für die nächsten zig Jahre sichergestellt.»

Jugendfest findet erst im Jahr 2022 statt

Bis zur Realisierung des neuen Versorgungskonzepts rechnet der Staufner Gemeinderat mit Kosten von rund 7 Millionen Franken für die drei beteiligten Gemeinden. «Das sind hohe Kosten», reagierte Moser auf eine kritische Nachfrage. «Allerdings sind wir als Eigentümer des Pumpwerks nicht abhängig von einer Aktiengesellschaft und haben deshalb auch Einfluss auf den Wasserpreis.»

Weitere Kredite an der Gemeindeversammlung wurden gesprochen für die Sanierung des Mühlacherwegs sowie des Kornwegs, des Unterrainwegs und der Parkstrasse. Ebenfalls erhält der neue Kindergarten für 55000 Franken eine Fotovol­taikanlage auf dem Dach. Zudem musste der Gemeinderat die Bevölkerung noch über die coronabedingte Verschiebung des Jugendfestes informieren. Dieses soll nun im Jahr 2022 zusammen mit der Einweihung der Doppelsporthalle und des neuen Kindergartens stattfinden.

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