Rupperswil
Gemeinderat zieht Vollbremse bei Sanierung des Gemeindehauses – das ist der Grund

Rupperswil braucht bald mehr Schulraum. Um weitere Abklärungen vorzunehmen, wird das Gemeindehausprojekt sistiert. Im März 2023 will der Gemeinderat eine Entscheidung fällen.

Eva Wanner
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Das Gemeindehaus muss warten und allenfalls wird die Sanierung nicht mehr aussehen wie geplant.

Das Gemeindehaus muss warten und allenfalls wird die Sanierung nicht mehr aussehen wie geplant.

Bild: Eva Wanner

Am Ende war man sich einig. Das Rupperswiler Gemeindehaus entspricht auf verschiedenen Ebenen nicht mehr den Anforderungen. Zu wenig Privatsphäre an den Schaltern, zu wenig Platz für die Angestellten. Beispielsweise steht nur ein Sitzungszimmer zur Verfügung, Trauergespräche werden deshalb teilweise in den Büros geführt. Die Hülle des Hauses, das 1968 erbaut wurde, ist veraltet, im ganzen Gebäude findet sich Asbest und barrierefrei ist das Gemeindehaus auch nicht. Es sollen modernere Bedingungen geschaffen werden, die für die Bevölkerung, aber auch für die Arbeitnehmenden attraktiver sind.

Die Argumente überzeugten. An der Sommergemeindeversammlung im Juni stimmte der Souverän dem Projektierungskredit von rund 300'000 Franken zu. Geplant worden wären damit Sanierung und Umbau des Gemeindehauses für rund 4,1 Millionen Franken. Wäre: Denn nun zieht der Gemeinderat die Vollbremse, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Das Umbau- und Sanierungsprojekt wird temporär sistiert. Der Grund dafür ist die strategische Schulraumplanung.

Schulraum muss schon bald erweitert werden

Anfang dieses Jahres hatte der Gemeinderat eine Aktualisierung der Planung über den Schulraum in Auftrag gegeben. Das letzte Papier stammt gemäss Mitteilung aus dem Jahr 2013. Ziel war, festzustellen, wie sich der Schulraumbedarf wegen des stetigen Bevölkerungswachstums der letzten zehn Jahre verändert hat.

Ergebnis: Bereits per Schuljahresbeginn 2025/26 dränge sich eine Erweiterung um drei Klassenzimmer für die Primarschule auf, wenn die Gemeinde so wie angenommen weiterhin wächst wie bisher. Per 2030/31 brauchts eine zusätzliche Kindergartenabteilung. «Aufgrund dieses bereits in drei Jahren anstehenden zusätzlichen Bedarfs an Schulräumlich­keiten hat der Gemeinderat Mitte Oktober 2022 beschlossen, die beiden Infrastrukturprojekte vorübergehend gemeinsam zu betrachten», heisst es in der Mitteilung. Dies, um «allfällige Synergien oder Koordinations­möglichkeiten zu erkennen und dadurch die unter Berücksichtigung von Kosten, Qualitäts­ansprüchen und Terminvorgaben bestmögliche Lösung für beide Projekte zu erreichen».

Bis im März 2023 will der Gemeinderat entscheiden, wie es mit den Projekten Gemeindehaus und Schulraum weitergeht. «Für die aus diesem Entscheid erwachsenden Konsequenzen würde der Gemeinderat der Einwohnerge­meindeversammlung vom 9. Juni 2023 entsprechende Anträge stellen.» Eine mögliche Konsequenz wäre, dass das Gemeindehaus nicht so saniert und umgebaut werden kann, wie es vorgesehen war.