Lenzburg
Mitte-Stadtratskandidatin Sabine Sutter-Suter: «Die Altstadt darf kein Museum sein»

Sieben Männer und Frauen wollen (wieder) in den Lenzburger Stadtrat. Die AZ stellt sie anhand eines standardisierten Fragebogens vor. Heute: Sabine Sutter-Suter (Die Mitte) über den Bahnhof, den Schweizer Zusammenhalt und Hitzestau im Quartier«Im Lenz».

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Stadtratskandidatin Sabine Sutter-Suter interessierte sich schon früh für Politik und führte in ihrer Jugend «heisse Diskussionen».

Stadtratskandidatin Sabine Sutter-Suter interessierte sich schon früh für Politik und führte in ihrer Jugend «heisse Diskussionen».

Chris Iseli

Was stört Sie an Lenzburg?

Sabine Sutter-Suter: Lenzburg ist mein Zuhause und mir kommt erst einmal nur Positives in den Sinn. Lenzburg ist eine Stadt von idealer Grösse. Die Stadt bietet Arbeitsplätze und alles für den täglichen Bedarf und darüber hinaus ein vielfältiges Kulturleben, aktive Vereine und gute Verkehrsanbindungen. Gleichzeitig ist Lenzburg klein genug, sodass man ganz viele Leute kennt, die hier wohnen und arbeiten.

Schade ist, dass der Bahnhof erst in ein paar Jahren umgebaut wird. Da liegt ein riesiges Potenzial brach. Auch ist die Kernumfahrung sehr markant. Zur Verbindung der Stadtteile wünsche ich mir durchgehende Velowege, eine belebte Bahnhofstrasse und Plätze in den Quartieren, wo man sich draussen treffen kann.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus?

Als Wirtschaftsinformatikerin? Nur wenn ich schlafe …

Warum sind Sie Politikerin geworden?

Politik interessiert mich schon seit der Kindheit. Im Beizli, unserem öffentlichen Jugendraum, führten wir jeweils heisse Diskussionen. Wir wollten die Welt verändern. In Lenzburg fand ich bei der Mitte Leute, die das tatsächlich schaffen, Lösungen suchen und auch umsetzen.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Ihm gelingt es immer wieder, eine politische Sachfrage medienwirksam zu inszenieren. Vielleicht ist für die Medien diese Fähigkeit das wichtigste Merkmal eines guten Politikers, während ich die Stärkung des Zusammenhalts in der Schweiz als wesentlich wichtiger einschätze. Unsere Vielfalt und der Respekt gegenüber anderen und anderen Meinungen machen uns stark. Zu unserem Land hat der Wille geführt, es zusammen zu schaffen. Immer wieder.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Die Steuergelder werden ausgewogen eingesetzt. Zudem präsentierte Lenzburg in den letzten Jahren eine Rechnung, die auch unter dem Strich aufgeht. Wir können stolz sein.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuer-Franken ausgeben?

Zehn Millionen wäre ein Traum. Wenn Träumen erlaubt ist, fallen mir viele Themen ein. Mir ist eine starke Schule mit Betreuungsangeboten wichtig. So würde ich in frühe Förderung investieren, spannende und abwechslungsreiche Projekte für schwächere wie auch für stärkere Schülerinnen und Schüler anbieten und Ideen von Jugendlichen umsetzen.

Zudem setze ich mich für Klimaschutz und Innovationen ein. Lenzburg würde fit für die Klima-Zukunft mit Gebäudemodernisierungen, die lokalem Gewerbe Arbeit bringen, eigener Solarstromproduktion und klimaresilientem Wasser- und Waldmanagement.

Finden Sie, die bauliche Entwicklung wird durch das Bundesinventar für schützenswerte Ortsbilder (ISOS) zu stark eingeschränkt?

Das Stadtbild der Altstadt prägt die Stadt und gibt ihr ein charakteristisches Ortsbild. Dieses soll auf jeden Fall erhalten bleiben. ISOS gibt dazu wertvolle Leitplanken. Die Altstadt darf aber kein Museum sein, sondern soll mit den heutigen Wohnbedürfnissen Schritt halten.

Haben Sie Verständnis dafür, dass sich viele Ortsbürger gegen eine Kanti auf dem Zeughausareal wehren?

Ich habe Verständnis dafür, dass die Ortsbürger langfristig sichere und stabile Finanzen wollen. Als Besitzer will man dazu auch gefragt werden. Aus meiner Sicht bringt eine Kantonsschule auf lange Frist mehr. Sie stärkt den Standort Lenzburg und schafft auch im innerkantonalen Wettbewerb Vorteile. Im öffentlichen Verkehr bringen höhere Frequenzen zudem bessere Zugverbindungen.

Warum könnten Sie sich vorstellen, im Quartier «Im Lenz» zu wohnen?

Die Idee des Quartiers ist bestechend: ein 2000-Watt-Areal, der Bahnhof ganz nahe und Grünfläche bis zum Aabach. Unterschiedliche Wohnungsgrössen und diverse Angebote ermöglichen das Wohnen von Jung und Alt. Der viele Beton hingegen führt im Sommer zu Hitzestau. Da wünschte ich mir Bäume, Parkbänke im Schatten, eine Bocciabahn und ein Café mit Bäckerei.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Ich bin immer für eine Idee gut. Und mir fällt auch leicht, diese umzusetzen. Träumen möchte ich Taten folgen lassen, wie beim Familienzentrum. Mit 100 Franken Eigenkapital und vielen initiativen Köpfen ist es unter meiner Leitung gelungen, ein Familienzentrum aufzubauen.

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