Lenzburg
«Die Transplantation war für mich lebensnotwendig»: Patrizia Manolio hat seit fünf Jahren eine Niere ihrer Schwester

Die 38-jährige Patrizia Manolio lebt seit 2017 mit einer Spenderniere. Sie spricht sich dafür aus, dass zukünftig eine Organspende explizit abgelehnt werden soll.

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Vier Jahre habe sie auf eine neue Niere gewartet, erzählt Patrizia Manolio dem Newsportal ArgoviaToday. Letztlich kam die lebensnotwendige Spende aus der eigenen Familie. Manolio: «Ich weiss nicht, wie lange ich ohne meine Schwester auf der Warteliste gewesen wäre.»

2010 erhielt die Lenzburgerin die Diagnose Knochenkrebs im Endstadium. Es folgten eineinhalb Jahre Chemotherapie – eine Behandlung, die ihre Nieren zerstört habe, wie Manolio weiter berichtet. Ihre Schwester war zwar von Beginn an zu einer Organspende bereit, diese sei aber noch sehr jung gewesen und hatte mit der Familienplanung noch nicht abgeschlossen. «Bei der Organspende möchte man auf Nummer sicher gehen, dass man die spendende Person in keiner Weise gefährdet», erklärt Patrizia Manolio.

Letztlich sei die Wahl nach einigen Abklärungen doch auf ihre Schwester gefallen. Die Befürchtung, dass dies bei einer späteren Schwangerschaft negative Folgen haben könnte, bewahrheitete sich nicht: Vor ein paar Monaten habe ihre Schwester trotz einer Niere eine gesunde Tochter zur Welt gebracht.

«Wichtig, Entscheid für oder gegen Organspende festzuhalten»

Die lange Zeit auf der Warteliste sei für Patrizia Manolio allerdings sehr belastend gewesen. Durch die Dialyse habe sie sich aber immer schlechter gefühlt. Hinzu kamen Komplikationen, wie etwa eine Thrombose, die letztlich sogar zu einer Embolie geführt hatte. «Ich ging unglaublich schwach in die Transplantation rein», erzählt die heute 38-Jährige.

Daher setzt sie sich auch für die sogenannte erweiterte Widerspruchslösung bei Organspenden ein: «Ich finde es wichtig, den Entscheid für oder gegen die Organspende festzuhalten.»

Die erweiterte Widerspruchslösung ist ein Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament zu einer Volksinitiative von 2019. Diese hatte gefordert, dass diejenigen Personen, die ihre Organe nicht für eine Spende zur Verfügung stellen möchten, dies explizit ablehnen müssen. Die erweiterten Widerspruchslösung schliesst Angehörige einer verstorbenen Person beim Entscheid mit ein. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Am 15. Mai stimmt das Volk darüber ab.