Niederlenz
Kindergartenprojektstopp kostet fast eine halbe Million

Wegen eines Beschwerdeverfahrens hat der Gemeinderat von Niederlenz das ursprüngliche Kindergartenprojekt verworfen. Jetzt liegt der Nachtragskredit auf dem Tisch.

Katja Schlegel
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In Niederlenz wird der Kindergarten teurer als geplant.

In Niederlenz wird der Kindergarten teurer als geplant.

© 2014 nightnurse images, Züri

Im Juli machte der Niederlenzer Gemeinderat im Dossier «Kindergarten Herrengasse» einen Schritt retour: Anstatt das durch eine Beschwerde blockierte und 5,4 Millionen Franken teure Projekt mit den sechs umstrittenen Senioren-Mietwohnungen weiterzuverfolgen, holte er das ursprüngliche Projekt aus der Schublade. Das kommt die Gemeinde deutlich günstiger zu stehen – wenn auch nicht mehr ganz so günstig, wie noch 2015 berechnet. Damals ging man von Gestamtkosten von 3,1 Millionen Franken aus.

Dass das Projekt aufgrund der Umplanung und der erneuten Auflage teurer wird, hatte Gemeindeammann Jürg Link bereits im Sommer angekündigt. Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch: Für die Gmeind vom 24. November ist ein Nachtragskredit von 460'000 Franken traktandiert. Dieser setzt sich unter anderem aus dem Projektierungsaufwand für die beiden Neubauvarianten sowie den Aufwendungen der Gemeinde, Bewilligungsgebühren und Einwendeverhandlungen zusammen.

In seinen Ausführungen hält der Gemeinderat fest, man habe aufgrund der Dringlichkeit beschlossen, keinen Rechtsstreit zu riskieren und sich deshalb auf das Projekt für einen einfachen Dreifach-Kindergarten zu konzentrieren. «Aufgrund der Anzahl Kindergartenkinder muss der dringend benötigte Schulraum rasch möglichst realisiert werden können», so der Gemeinderat. Diese Rechnung scheint nun aufzugehen: Gegen das neu aufgelegte Bauvorhaben sind keine Einwendungen eingegangen, die Baubewilligung konnte Ende Oktober erteilt werden. «Der Bezug des neuen Kindergartens sollte nach Zeitplan auf August 2018 möglich sein», so der Gemeinderat.

Steuerfuss sinkt um 3 Prozent

Freuen dürften sich die Niederlenzer auch über den Voranschlag 2018. Dieser sieht nämlich eine Reduzierung des Steuerfusses von 120 auf 117 Prozent vor. Damit gibt der Gemeinderat den dreiprozentigen Steuerfussabtausch mit dem Kanton weiter. Trotz tieferem Steuerfuss rechnet der Gemeinderat aufgrund des Bevölkerungszuwachses mit höheren Erträgen bei den Gemeinde-, Aktien- und Sondersteuern.

Die Erfolgsrechnung weist ein Defizit von 122'200 Franken aus. Die Investitionsrechnung rechnet mit einer Zunahme von 2,5 Millionen Franken. Unter Berücksichtigung der Selbstfinanzierung bleibt ein Finanzierungsfehlbetrag von 2,08 Millionen Franken; dieser werde voraussichtlich mit Darlehen gedeckt, so der Gemeinderat.

Weiter müssen die Niederlenzer über eine Pensumserhöhung des Schulsekretariats von 100 auf 110 Stellenprozent entscheiden. Diese Erhöhung werde aufgrund der weiterhin steigenden Schüler- und Lehrerzahlen nötig, so der Gemeinderat. Kosten wird diese jährlich rund 11'000 Franken.

Gemeindeversammlung 24. November, 20 Uhr, im Gemeindesaal der Gemeindebaute Rössligasse.

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