Seon
Heinz Deubelbeiss ging ins Tessin –und zwar zu Fuss

Der pensionierte Heinz Deubelbeiss liebt Wanderungen und das Tessin. In diesem Sommer begab er sich auf Schusters Rappen quer durch die halbe Schweiz ins Maggiatal.

Barbara Vogt
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Heinz Deubelbeiss unterwegs hier in Hospental.

Heinz Deubelbeiss unterwegs hier in Hospental.

Picasa

Bis Heinz Deubelbeiss (66) die Eindrücke seiner rund 200 Kilometer langen Wanderung vom Seetal bis nach Ponte Brolla im Maggiatal verarbeitet hat, dauert es noch eine Weile. «Es war ein einzigartiges Erlebnis. Ich erfuhr wunderschöne Augenblicke in der Natur und begegnete spannenden Menschen.»

Begleiten wollte ihn keiner

Heinz Deubelbeiss ist ein Viel- und Langwanderer: Zu Fuss erkundet er schöne Orte in der Schweiz, in Südfrankreich, auf den Kanaren oder auf Madeira. Das Tessin hat es ihm besonders angetan. «Wieso nicht mal dorthin wandern?», fragte er sich vor gut über einem Jahr. Gerne hätte er die neuntägige Wanderung mit einer Begleitung unternommen, doch weder über Facebook noch über seine Homepage liess sich jemand dafür begeistern.

Mit zehn Kilo Gepäck am Rücken machte sich Heinz Deubelbeiss am 23. Juli zu seiner ersten Etappe nach Waldibrücke bei Emmen auf. Er übernachtete in Unterkünften, von Hospental kehrte er nach Hause zurück, weil er seine Wäsche wechseln musste. Just am Nationalfeiertag erreichte Deubelbeiss sein Ziel: das Tessiner Dörfchen Ponte Brolla. Darauf war er stolz, trotzdem beschrieb er seine letzte Tagesetappe nüchtern: «Sie ist abgesehen von einer neuen sehr langen Hängebrücke und spektakulären Bildern der Maggia eher langweilig.»

Tödliches Unterfangen

Ansonsten schwärmt der Seoner von seiner Tour. Der Übergang über den Gotthardpass sei nicht mehr als ein Spaziergang gewesen, erinnert sich Heinz Deubelbeiss schmunzelnd. Dafür musste er sich bei einem steilen und glitschigen Abstieg am Urnersee voll konzentrieren: «Ein Moment der Unaufmerksamkeit kann tödlich sein.» Seine Königsetappe war der Passo Sassello, der von Airolo nach Fusio führt. «Die Ruhe und Weite auf dem Pass sind einzigartig. Ich wähnte mich in einer anderen Welt.»

Weil ein Wandervogel sich an einem Ort nicht lange wohl fühlt, plant Heinz Deubelbeiss bereits ein neues Abenteuer: eine Wanderung von Seon bis ins Wallis.

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