Möriken-Wildegg
«Gulliver» ist eine Kläranlage auf acht Rädern

An ihrem Frühlingsapéro präsentierte die Reinigungsfirma Lüpold AG in Möriken-Wildegg vier neue Fahrzeuge, darunter ein innovatives Gefährt namens «Gulliver», das Dreckwasser gleich vor Ort wieder sauber aufbereitet.

Fritz Thut
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Die Gebrüder Thomas und Willi Lüpold flankieren die Chauffeure André Frey und Hans Peter Meyer vor dem neuen Spezialfahrzeug «Gulliver», das Schacht-Schmutzwasser vor Ort aufbereitet und zurückleitet. tf

Die Gebrüder Thomas und Willi Lüpold flankieren die Chauffeure André Frey und Hans Peter Meyer vor dem neuen Spezialfahrzeug «Gulliver», das Schacht-Schmutzwasser vor Ort aufbereitet und zurückleitet. tf

Ihre graugelben Putzmaschinen mit dem weissen L auf rotem Grund sind auf den Strassen der Region omnipräsent, auch wenn die öffentliche Hand (Kanton und Gemeinden) nicht den Hauptharst der Kundschaft ausmachen: Die Reinigungsfirma Lüpold AG lud Kundenvertreter und Freunde zum traditionellen Frühlingsapéro auf das Firmengelände am Rande von Möriken.

Dabei ging es nicht nur um Kontaktpflege. Die beiden Brüder Thomas Lüpold (Geschäftsleiter) und Willi Lüpold (Betriebsleiter), die dem vor 63 Jahren gegründeten Familienbetrieb vorstehen, nutzten die Gelegenheit, den mehreren hundert Gästen eine Weltneuheit zu präsentieren.

Wasseraufbereitung vor Ort

Von total vier neuen Fahrzeugen sticht «Gulliver» heraus. Dabei handelt es laut Thomas Lüpold um eine «echte Innovation im ‹Drecksgeschäft›», wie er sein Metier etwas selbstironisch bezeichnet. «Gulliver» vereinige alle Betätigungsfelder der Firma: Er sei ein normaler Saugwagen, zudem ein Schachtreinigungsfahrzeug «und zum Dritten eine kompakte Ausführung einer Hightech-Kläranlage».

Mit dem Vierachser lassen sich die meist unbeachtet am Strassenrand angeordneten Einlaufschächte leerpumpen. Das dort aufgefangene Dreckwassergemisch wird aufgeteilt und als Novität wird das von Festteilen getrennte Dreckwasser soweit aufbereitet, dass es gleich an Ort und Stelle wieder sauber in den Schacht zurückgepresst werden kann.

Auftritt an Messe

Damit wird nur kompaktes Schmutzmaterial zurück in die Zentrale zur Aufbereitung von neuem Baumaterial gefahren. Weniger Gewicht und weniger Fahrten bedeuten eine deutliche Reduktion der Umweltbelastung.

Die Idee zu «Gulliver» kam den Lüpold-Brüder vor etwa vier Jahren. In enger Zusammenarbeit mit der Lieferfirma Kaiser AG (Schaanwald) wurde die komplexe Technik Schritt für Schritt entwickelt. Die Anforderungen an die Bediener steigern sich natürlich: «Ein Chauffeur ist heute eine Mischung aus Elektroniker, Chemiker und Mechaniker, hält Thomas Lüpold fest.

Der rund eine Million Franken teure «Gulliver» wird auf den hiesigen Strassen erst im Juni unterwegs sein: Er hat in den nächsten Wochen noch einen Auftritt auf der Spezial-Messe IFAT in München.

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