Niederlenz
Gemeinderat stoppt Verfahren gegen den neuen Kindergarten

Die Gemeinde wächst schneller als erwartet. Der Gemeinderat überdenkt den Bau des neuen Kindergartens nochmals. Er hat die hängige Beschwerde gegen das Projekt beim Kanton ausgesetzt.

Ruth Steiner
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Jürg Link

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Emanuel Per Freudiger

In Niederlenz stehen hohe Investitionen in Schul- und Kindergartenbauten an. Bereits im kommenden Herbst wird das neue Schulhaus auf dem Schulareal Rössligasse eingeweiht. Baukosten: 5,4 Millionen Franken.

Notstand herrscht auch bei den Kindergärten im Dorf. Dort wird es langsam aber sicher prekär. Bereits auf das Schuljahr 2016/17 hin musste eine sechste Kindergartenabteilung eröffnet werden. «Das Dorf wächst schneller als erwartet», begründet Gemeindeammann Jürg Link das Vorgehen.

In der Zwischenzeit ist die Einwohnerzahl in Niederlenz aber noch weiter angestiegen. Auf mittlerweile rund 4700 Personen. Aufgrund der jüngsten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung ist es sehr wahrscheinlich, dass auf das Schuljahr 2018/19 sogar eine siebte Kindergarten-Abteilung nötig werden wird.

Doch beim Bau des neuen Kindergartens anstelle des ehemaligen Kindergartens Herrengasse harzt es. Das vom Souverän an der Sommergmeind 2015 bewilligte Projekt wird durch eine Einsprache hinausgezögert. Die Beschwerde ist seit mehreren Monaten bei der Rechtsabteilung des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt in Aarau hängig. Vorgesehen ist der Neubau eines 3-fach Kindergartens. Dieser sollte im Obergeschoss um sechs kleine Mietwohnungen für Senioren ergänzt werden. Die Mietzinseinnahmen hätten der Gemeinde helfen sollen, die erneute hohe Investition von 5,4 Millionen Franken für den Kindergarten zu tragen. Der Bau von Wohnungen in der öffentlichen Zone hatte jedoch zu Einwendungen geführt, die nicht alle bereinigt werden konnten. Gemeindeammann Jürg Link erklärt die Situation so: «Grundsätzlich sind Wohnungen in der öffentlichen Zone nicht gestattet. Es sei denn, es ist ein öffentliches Interesse da.» Für den Gemeinderat wäre das mit dem Segment «Niederlenzer Senioren» als Mieter gegeben.

Kindergarten statt Wohnungen

Verschärft wird die Platzproblematik noch durch dies: Unabhängig der Projektentwicklung habe die Schulpflege in Absprache mit dem Gemeinderat beschlossen, den alten Kindergarten Herrengasse sowie das angebaute Provisorium bereits auf Ende des letzten Schuljahres zu schliessen und die Kindergartenabteilungen vorübergehend in den bestehenden knappen Schulraum zu integrieren. Auch diese Lösung ist jedoch nicht von Dauer. Und weil die Gemeinde den notwendigen Schulraum zur Verfügung stellen muss, so müsse jetzt so schnell wie möglich eine Lösung her, sagt Link.

Ein gangbarer Weg wäre für den Gemeindeammann dieser. «Denkbar wäre, das Projekt 3-Fach-Kindergarten anstelle von Wohnungen im 1. Stock mit einer vierten Kindergartenabteilung und einem Mehrzweckraum zu realisieren. Oder es wird nur der 3-Fach-Kindergarten gebaut.» Der Gemeinderat will an der Sitzung vom kommenden Montag entscheiden, wie er in diesem Geschäft weiter vorgehen will. Vorsorglicherweise hat er das Verfahren beim Regierungsrat bis zum 31. Juli stoppen lassen. Das hat nicht zuletzt mit der neuen Ausgangslage zu tun. «Sollte der Gemeinderat zum Schluss kommen, dass Niederlenz für die aktuell berechneten Schülerzahlen das gesamte Bauprojekt überdenken muss, so ist dafür kein Gerichtsurteil notwendig», begründet Gemeindeammann Jürg Link das geplante weitere Vorgehen.

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