Niederlenz
Gabi Lauper wechselt Bühne

Die Niederlenzer verabschiedeten ihre langjährige Gemeinderätin und beschlossen Auflagen für den neuen Kindergarten «Herrengasse»

Ruth Steiner
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EMANUEL PER FREUDIGER

Die Niederlenzer schauen vorwärts und sind bereit zu investieren. Der Souverän bewilligte an der Gemeindeversammlung 5,4 Mio. Franken für den neuen Dreifach-Kindergarten «Herrengasse» und wählte so die teurere Variante mit dem zusätzlichen Einbau von sechs Mietwohnungen im Obergeschoss. Damit folgte man der Empfehlung des Gemeinderats, der sich «aus wirtschaftlichen Gründen» für diese Lösung ausgesprochen hatte. Gemeindeammann Jürg Link sagt: «In Zeiten von verdichtetem Bauen macht Aufstocken Sinn, war der Tenor.»

Die Schulpflege verlangte jedoch einen Zusatz zum Antrag. Dieser sah folgendes vor: Sollten sich bei der Realisation dieses erweiterten Projekts unvorhergesehene Schwierigkeiten finanzieller, technischer oder rechtlicher Art ergeben, sollte der Gemeinderat in eigener Kompetenz auf die ursprüngliche Variante ohne Wohnungen zurückgreifen können. «Die Schulpflege will damit sicherstellen, dass die benötigten Räume auf das Schuljahr 2017/18 hin auch tatsächlich zur Verfügung stehen», präzisiert der Gemeindeammann das Begehren. Dieses wurde gutgeheissen.

Niederlenz bekommt Grossrätin

An der Sommergmeind hat sich zudem Gabi Lauper Richner aus der Gemeindepolitik verabschiedet. Und schon heute Dienstag übernimmt sie in Aarau im Grossen Rat neue politische Aufgaben.

Jürg Link schmunzelt und sagt: «Als Gabi Lauper 1998 in den Gemeinderat gewählt wurde, war sie die Jüngste. 18 Jahre später ist sie es immer noch.» Fast zwei Jahrzehnte lang betreute Lauper das Ressort Bau, war zuständig für die Liegenschaften der Ortsbürger und das Forstwesen. Sie hat in unzähligen Kommissionen mitgewirkt und war ab 2005 acht Jahre lang Vizeammann. «Ich habe Gabi als ‹Langstreckenläuferin› kennen gelernt», sagt Gemeindeammann und Parteikollege Jürg Link. «Sie arbeitet hart und hat viel Ausdauer in den zu bearbeitenden Themen.»

Lauper hat mehrere Bauordnung- und Zonenplanrevisionen durchgezogen, ein Abfall- und Strassenreglement eingeführt und einen Ortsbildschutzfonds geschaffen. «Hinzu kommen die von ihr bearbeiteten Baugesuche. Sie sind kaum zu beziffern», umschreibt Link das umfangreiche Pensum der abtretenden Kollegin.

Der Gemeinderat verliere zwar eine sehr gute Teamkollegin, Niederlenz bekomme im Gegenzug eine Grossrätin, freut sich Link. Vielleicht reicht es auch für mehr: Im Herbst greift Gabi Lauper bei den Nationalratswahlen nach noch höheren Weihen.

Die regionale Tätigkeit wird Lauper fortsetzen. Unter anderem leitet sie die Kerngruppe Regionalplanung im Gemeindeverband «Lebensraum Lenzburg Seetal».

Lauper ist gespannt auf die neuen Aufgaben im Grossen Rat. «Ich hoffe, dass der politische Wille da ist, für eine Sache die beste Lösung zu suchen, auch über Parteigrenzen hinweg.» Doch ist sie sich bewusst, dass es nicht überall Kompromisse geben kann. «Manchmal kommt man nicht um unpopuläre Entscheide herum», sagt die ehemalige Niederlenzer Bauvorsteherin. «Wenn es um die Einführung von Tempo 30 in einer 50er-Zone geht, kann man sich nicht bei 40 treffen.»

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