EINWOHNERRAT
Der Lenzburger Stadtrat beantragt für die nächste Amtsperiode deutlich mehr Lohn

Sämtliche fünf Mitglieder sollen mehr Geld bekommen. Finanziell besonders aufgewertet wird das Amt des Vizeammanns (plus 26,8%), für das sich Andreas Schmid (FDP) bewirbt. Doch zuerst muss der Einwohnerrat damit einverstanden sein.

Urs Helbling
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Der Stadtrat Lenzburg in der Zusammensetzung der Legislatur 2018-21: v.l. Stadtschreiber Christoph Hofstetter, Stadtrat Martin Stücheli, Vizeammann Franziska Möhl, Stadtammann Daniel Mosimann, Stadträte Martin Steinmann, Andreas Schmid und Leiter Stadtverwaltung Peter Baumli.

Der Stadtrat Lenzburg in der Zusammensetzung der Legislatur 2018-21: v.l. Stadtschreiber Christoph Hofstetter, Stadtrat Martin Stücheli, Vizeammann Franziska Möhl, Stadtammann Daniel Mosimann, Stadträte Martin Steinmann, Andreas Schmid und Leiter Stadtverwaltung Peter Baumli.

zvg

Im Stadtrat Lenzburg kommt es Ende Jahr zu überdurchschnittlich vielen Wechseln. Drei von fünf Mitgliedern treten zurück. Stadtammann Daniel Mosimann (SP) und Stadtrat Andreas Schmid (FDP) möchten wiedergewählt werden.

Stadtammann Daniel Mosimann.

Stadtammann Daniel Mosimann.

Britta Gut

Noch vor Ende der Legislatur will der Stadtrat das Entschädigungssystem anpassen. Er hat gestern dem Einwohnerrat zuhanden von dessen Sitzung vom 11. März eine entsprechende Botschaft zugestellt. Das System der Stadtratslöhne ist nicht ganz einfach zu verstehen. Das hängt damit zusammen, dass der Stadtrat 72'600 Franken unter sich selber aufteilen kann. Zusätzlich zu den nachfolgenden festgeschriebenen Beträgen. Der Stadtammann soll neu ein Basissalär von 160'000 Franken (bisher 144'000 Fr.) bekommen. Sein Pensum wird von 75 auf 80 Prozent erhöht.

Stadträte ohne spezifisches Ressort neu im 40%-Pensum

Die Einführung eines Vollamts lehnt die Stadtregierung ab. Auf 100-Porzent-Basis würde der Lohn des Stadtammanns 200'000 Franken betragen. Neu soll er statt 3000 nur noch 1000 Franken für Kleinspesen erhalten. Die Zusammenarbeit zwischen dem Stadt- und dem Vizeammann soll gemäss Botschaft intensiviert werden. Darum wird das Pensum des Vizemanns (Andreas Schmid möchte Nachfolger von Franziska Möhl werden) auf 50 Prozent erhöht. Er soll neu 90'000 Franken bekommen (entspricht einem 100-Prozent-Gehalt von 180'000 Fr.). Ebenfalls 90'000 (plus 18'000 Fr.) sind für den Stadtrat Bau& Umwelt beantragt (50%- Pensum).

Die beiden Stadträte ohne spezielles Ressort sind neu mit 72'000 Franken (bisher 68'000 Fr) eingesetzt. Ihr Pensum steigt von 35 auf 40 Prozent. Auch diese Stadträte würden bei einer 100-Prozent-Anstellung 180'000 Franken verdienen. Jeder Stadtrat hat Anrecht auf pauschal 1000 Franken für Kleinspesen (unverändert).

«Lenzburg 21»-Planung war 10 Prozent teurer als bewilligt

Ein weiteres Einwohnerratsgeschäft: Im Trauerspiel um «Lenzburg 21», der auf 5,9 Millionen Franken veranschlagten Konzentration der städtischen Verwaltung im ehemaligen KV-Schulhaus, wird ein vorläufig letztes Kapital geschrieben. Im September hatte der Einwohnerrat das Geschäft mit 22 zu 14 Stimmen zurückgewiesen – weil er mit dessen Qualität nicht zufrieden war. Jetzt unterbreitet der Stadtrat dem Parlament die Abrechnung für den Planungskredit «Lenzburg 21». Es gab eine Kostenüberschreitung von 10 Prozent. Statt der bewilligten 1,10 wurden 1,21 Millionen Franken ausgegeben.

Fast so viel wie der Stadtrat ursprünglich beantragt hatte, der Einwohnerrat aber nicht zu genehmigen bereit war. In der Einwohnerratsdebatte vom September hatten die hohen Beraterhonorare speziell zu reden gegeben. Der Stadtrat begründet die Überschreitung mit der längeren Planungsphase und den Projektabschlusskosten nach dem vorzeitigen Aus. Die Mehrausgaben hätten im ordentlichen Budget mit Einsparungen kompensiert werden können.

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