Beinwil am See
Ein Neubau für 6 Millionen Franken

Im Industriegebiet entsteht ein kostspieliges Gebäude für das Bauamt und die Feuerwehr.

Michael Küng (Text und Foto)
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Das Projektteam um Gemeindeammann Peter Lenzin (3. von rechts).

Das Projektteam um Gemeindeammann Peter Lenzin (3. von rechts).

Michael Küng

Bereits seit seinem Amtsantritt 2013 beschäftigt sich Gemeindeammann Peter Lenzin (FDP) mit dem grössten Bauprojekt der Gemeinde Beinwil am See: Im Industriegebiet am Dorfeingang sollen zwei Gebäude für Bauamt und Feuerwehr entstehen. Sechs Millionen Franken kosten allein Bau und Einrichtung, das Land war bereits im Besitz der Gemeinde. Gestern war nun der Spatenstich.

«Die Kosten sind vor allem dem Aushub geschuldet», sagt Peter Lenzin. Aber das sei nun mal der Preis für die Hanglage der Gemeinde. Umstritten war das Projekt jedoch kaum, denn die Gebäude werden dringend benötigt: Die Feuerwehr benötigt mehr Platz und die Gemeindewerke sind heute auf zehn Standorte verstreut. Eine Konzentrierung ermöglicht mehr Effizienz und die Nutzung von Synergien zwischen Feuerwehr und Gemeindewerken, sagt Lenzin.

Das Projekt, das umgesetzt werden soll, hat der Gemeinderat einstimmig aus vier eingereichten Vorschlägen ausgewählt. «Es ist auch das Günstigste, aber das war nicht der ausschlaggebende Punkt», sagt Lenzin. Und dennoch: «Wir wollten keine einfache Blechhalle, sondern eine langfristige Lösung, die hält». Wenigstens 35 Jahre sollen Feuerwehr und Gemeindewerke im Neubau unterkommen können. Die Neubaudimensionen sind so gewählt, dass die Feuerwehr mit dem Bevölkerungswachstum mithalten kann. «Wir müssen heute für die Zukunft bauen». Seit 2007 stieg die Gesamtbevölkerung von 2720 auf 3148 Einwohnerinnen und Einwohner, allein im vergangenen Jahr kamen über 50 weitere Einwohner dazu.

Eingeschränkter Spielraum

Das neue Gebäude sieht einen zusätzlichen Einstellplatz für ein weiteres Feuerwehrfahrzeug vor. Geplant hat das Unternehmen die Firma Zehnder Holz und Bau AG aus Winterthur. Den Gemeinderat überzeugte sie mit einem zweistöckigen Hauptgebäude mit Holzfassade und einer Remise. Die Feuerwehr wird in einer 300 Quadratmeter grossen Einstellhalle unterkommen. Dazu bekommt sie Garderobe, Büro, Material- und Theorieraum. Letzterer soll auch als Sitzungszimmer vermietet werden können.

Das Bauamt mit seinen vier Angestellten und einem Lehrling wird in eine 420 Quadratmeter grosse Einstellhalle ziehen. Ergänzt wird sie durch Werkstatt, Lager, Büro- und Aufenthaltsräume.

Angenommen wurde das Projekt an der letzten Sommergmeind, wo vor allem die Kosten zu reden gegeben haben. Doch das Bauvorhaben hat gesetzlichen Vorgaben zu folgen, die den Spielraum für die Umsetzung einschränken. So unterliegt der zusätzliche Platz für die Feuerwehr genauen gesetzlichen Auflagen.

Industriezone wächst

Fast gleichzeitig mit dem Bezug der neuen Gemeindebaute in der Industrie plant auch das Unternehmen Urfer Befestigungstechnik den Umzug in die unmittelbare Nachbarschaft (die az berichtete). Damit entsteht gleich neben dem Bauamt und der Feuerwehr eine weitere, rund 73 Meter lange Halle. Der Spezialist für Rohrbefestigungen am Bau ist schon vor Jahren über sein aktuelles Hauptgebäude im Dorfzentrum hinausgewachsen und plant deshalb den Umzug aus dem Wohngebiet an die Industriestrasse.

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