Alliswil
«Ein Fremdkörper»: Natur- und Landschaftsschützer wehren sich gegen die Wohnzeile

Die Überbauung in Alliswil (Boniswil) würde das Landschaftsbild beim Hallwilersee «gravierend verändern», sagen verschiedene Gegner des Projektes. 474 Personen haben eine Petition dagegen unterschrieben.

Urs Helbling
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Das Gebäude ist für Seetal das ungewohnt lang.

Das Gebäude ist für Seetal das ungewohnt lang.

Urs Helbling Bild: zvg saraspiro sa, Zürich
Das Gebäude ist für Seetal das ungewohnt lang.

Das Gebäude ist für Seetal das ungewohnt lang.

Urs Helbling Bild: zvg saraspiro sa, Zürich

Kurz nachdem die Auflage des Baugesuches für ein 96 Meter langes Gebäude mit 29 Wohnungen begonnen hatte, zeichnete sich ab, dass das Projekt im Ortsteil Alliswil in Boniswil auf erheblichen Widerstand stossen wird. Gestern ist die Auflagefrist abgelaufen. Wie viele Einsprachen eingegangen sind, ist noch nicht bekannt.

Fest steht: Bereits haben 474 Personen die «petitio.ch»-Petition «Nein zur ‹Alliswiler Staumauer› – Ja zum Schutz der Landschaft Hallwilersee» unterzeichnet.

Fest steht weiter: Der Landschaftsschutzverband Hallwilersee (LSVH) und die Pro Natura Aargau haben je eine Einwendung gemacht. Das teilten sie gestern in einer Medienmitteilung mit. Mehr noch: Sie fordern eine Überarbeitung der erst fünfjährigen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) von Boniswil.

Signifikante Zunahme des Verkehrs?

«Die geplante Arealüberbauung mit einer Gebäudelänge von fast 100 Metern stellt einen Fremdkörper im Ortsbild von Alliswil dar und würde das Landschaftsbild in Seeufernähe gravierend verändern», erklärt Arno Stöckli vom Landschaftsschutzverband Hallwilersee. Die Parzelle liege zudem im Schutzperimeter der Landschaft von nationaler Bedeutung. Auch würde die Arealüberbauung unweigerlich zu einer signifikanten Zunahme von Verkehr im Wohngebiet führen.

Matthias Betsche, Pro Natura Aargau

Matthias Betsche, Pro Natura Aargau

zvg / Pro Natura AG

Matthias Betsche, Geschäftsführer Pro Natura Aargau, erinnert an die diversen in Kritik stehenden Bauvorhaben in Boniswil und erklärt: «Die heutige BNO der Gemeinde trägt dem Schutz der offenen Bereiche der Hallwilerseelandschaft und dem Schutz der Landschaft an Hanglagen zu wenig Rechnung.»

Ebenfalls gestern ist das Wohngebäude in Alliswil ein zweites Mal aufgelegt worden (bis 18. Januar). Mit Publikation ausschliesslich im kantonalen Amtsblatt. Dies war vergessen worden, ist aber nötig, weil ein Gewässerraum tangiert wird. Ein eingedolter Bach soll offengelegt werden.