Staufen
Die Guggen feuerten die Sportler tüchtig an

Der Staufberglauf lockte über 600 Teilnehmer an den Start. Doch es ging nicht ums Gewinnen. Das Motto lautete vielmehr: Hauptsache man machte mit.

Markus Christen
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Die Guggenmusiker «Dättschwiler05» spornen die Läuferinnen und Läufer an.

Die Guggenmusiker «Dättschwiler05» spornen die Läuferinnen und Läufer an.

Selbstverständlich ist es Zufall. Doch die geschossenen Bilder von Jürg Stalder wirken fast ein wenig unheimlich. Auf keinem einzigen berühren seine Füsse den Boden. Auf dem letzten Bild scheint er förmlich ins Ziel zu schweben.

Exakt 25 Minuten und 11,1 Sekunden braucht der Läufer aus St. Niklausen, um die acht Kilometer lange Strecke beim Lauf rund um den Staufberg zu absolvieren. Sein Vorsprung im Hauptfeld auf den zweitplatzierten Samir Sanchez aus Baldegg beträgt fast zweieinhalb Minuten. Es ist ein klassischer Start-Ziel-Sieg.

Bereits zum 23. Mal wurde der Staufberglauf vorgestern Sonntag ausgetragen. Christian Frey, Präsident des Organisationskomitees, kann ein positives Fazit ziehen: «Es hat eine sehr angenehme Wettkampfstimmung geherrscht, die Stimmung im Publikum war ebenfalls gut und auch das Wetter hat mitgespielt.»

Frey ist selbst begeisterter Läufer und hat vor der Übernahme des OK-Präsidiums oft am Lauf teilgenommen. Die Motivation, jetzt an vorderster organisatorischer Front aktiv zu sein, rühre daher, dass er dem Dorf gerne etwas bieten möchte für die Gesundheit, aber auch zur Unterhaltung.

Über 600 Teilnehmer am Start

Der Staufberglauf ist ein Volkslauf. Über 600 Teilnehmer waren in diesem Jahr in insgesamt 37 Kategorien am Start. Der erste Startschuss morgens um 8.50 Uhr galt den Nordic-Walkern. Nur zehn Minuten später folgten die Piccolo «Buebe und Meitli» mit Jahrgängen 2004 und jünger. Für sie galt es, eine 700 Meter lange Strecke durch das Dorf zurückzulegen – und der Einsatzwille war ebenso gross wie derjenige der älteren Teilnehmer.

Rollstuhlsport: Zum zweiten Mal dabei

Anlässe wie dieser in Staufen seien für den Rollstuhlsport wichtig, sagt Roland Giger, Nationaltrainer Rollstuhlsport Schweiz. «So können wir den Sport einem grösseren Publikum präsentieren.» Er entschuldigt sich dafür, dass man in Staufen nicht mit einem grösseren Teilnehmerfeld aufwarten konnte. Doch habe am Samstag in Nottwil ein Meeting stattgefunden, das die Athleten beansprucht habe.

Giger lobt die Streckenführung in Staufen. «Es ist eine gute Strecke mit vielen Kurven und einem herausfordernden Profil.» Obwohl es stetig mehr Anlässe werden und die Rollstuhlsportler auch öfters an Leichtathletik-Meetings teilnehmen würden, könne man nicht davon sprechen, dass es immer mehr Sportler gäbe, die an Rollstuhlrennen teilnehmen würden. «Das Konkurrenzangebot ist gross, beispielsweise durch Basketball und Rugby. Und es ist halt auch ein Sport für Individualisten.» Diese aber müsste man nehmen wie andere Spitzenathleten auch, sagt Giger. Er berichtet von den anspruchsvollen Trainingssequenzen, welche die Rollstuhlsportler absolvieren würden. «Da geraten viele andere Sportler in Staunen.» (mch)

Bereits zum zweiten Mal nahmen die Rollstuhlsportler am Sportereignis in Staufen teil (siehe Kästchen), und zur Förderung des Teamgeistes, so Christian Frey, wurde der Firmenstaffellauf ins Kategorienangebot aufgenommen. Für Unterhaltung am Rennstreckenrand sorgten die Guggenmusiker «Dättschwiler05» aus Baden-Dättwil sowie die Salsa-Rueda-Tanzgruppe «idance» aus Brugg.

Ereignis stand im Vordergrund

Es ging beim Volkslauf in Staufen nicht in erster Linie ums Gewinnen. Nun, zumindest nicht für einen grossen Teil des Sportlerfeldes. Das einprägsamste Bild für diesen Gedanken lieferten zwei Nordic-Walkerinnen, die gemeinsam lachend und die Zuschauer grüssend über die Ziellinie liefen. Man sah: Das Erlebnis steht im Vordergrund und sein grösster Konkurrent ist oft genug man selbst; die Überwindung und nicht der Sieg ist das Ziel.

Trotzdem darf erwähnt werden, dass einige Lokalmatadoren beim Kampf um die vordersten Ränge eine gewichtige Rolle spielten. Beispielsweise Silvan Rohr, der in der Kategorie Jugend B Knaben den zweiten Rang erreichte (siehe Box rechts). Oder auch Stephan Karlen, der den dritten Platz im Hauptfeld belegte. Zur Siegerehrung war er allerdings schon nicht mehr auf dem Schulhausplatz anwesend. Einige Zuschauer spekulierten, er habe die Laufschuhe mit den Radfahrschuhen getauscht und trainiere bereits wieder auf dem Velo.

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