Lenzburg
Das Jugendfest im Griff: Tipps, Tricks und unnützes Wissen zum schönsten Tag im Jahr

Janine Gloor
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Die Kränze in der Kirche werden von Schülern gewunden.
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Vorschau Jugendfest Lenzburg
Der Sodbrunnen war lange unter der Gasse versteckt.

Die Kränze in der Kirche werden von Schülern gewunden.

Alex Spichale

Nehmen Sie frei! Ein Leben ohne Jugendfest ist möglich, aber zu welchem Preis? In der Altstadt wird bis spätabends gefestet, am Morgen fällt man vor lauter Schreck über den ersten Böller aus dem Bett – wer kann unter solchen Bedingungen aufstehen und zur Arbeit fahren? Falls Sie nicht zu den Glücklichen gehören, die in Lenzburg einer Arbeit nachgehen: Gönnen Sie sich diesen Freitag. Nur so kann man unbeschwert in den Vorabend tanzen, am Freitag die Augenringe weglachen. Was an diesem Tag ausserhalb von Lenzburg passiert, ist sekundär.

Lasst Kornblumen sprechen Keine Blume passt besser zum Stadtwappen als der blaue Knopf. Sämtliche Blumenprodukte können in den Blumenläden bestellt werden. Viele Mütter (und vielleicht auch Väter) lassen es sich jedoch nicht nehmen, ihr Kind mit einem selbst gemachten Kranz zu bekränzen. Am Donnerstagmorgen gibt es in der Rathausgasse lose und verarbeitete Blumen. Am Nachmittag findet auf dem Metzgplatz von 13.30 bis 15.30 Uhr ebenfalls ein Blumenmarkt statt. Dort wird dann auch gleich gekränzlet. Eine ideale Gelegenheit, um neue Lenzburgerinnen kennen zu lernen. Frauen, die das Schulalter hinter sich gelassen haben, fühlen sich oft auch dem Kränzli entwachsen. Kein Grund, um auf die Kornblume zu verzichten. Jedes Jahr werden viele kreative Ideen in Blau-Weiss präsentiert: Anstecker, Ohrringe, Hundehalsbänder ... Und auch die Stadtkirche wird prächtig geschmückt und duftet nach Jugendfest. Ein Blick lohnt sich. Ganz Gewiefte heiraten am Samstag nach dem Fest in der Kirche – gratis Blumen!

Fisch für Ungeduldige Neulingen wird schnell bewusst, dass das Lenzburger Jugendfest keinesfalls mit einem einzigen Tag erledigt ist. Die Lenzburger haben die ganze Woche mit Events angereichert, sodass sie sieben Tage durchfeiern können. Jeweils am Mittwoch findet seit 20 Jahren auf dem Metzgplatz das Fischessen statt. Das Timing ist wichtig, das Zelt ist immer voll, es drohen Wartezeiten. Wann soll man kommen? Der ehemalige OK-Chef Jörg Auer rät, um 19.30 Uhr einzutrudeln. Dann gehe es schnell.

Brunnen feiert Jubiläum Rund die Hälfte der 54 Brunnen in Lenzburg werden in aufwendiger Arbeit geschmückt. Auf der öffentlichen Brunnenführung kann man sich die ganze Pracht reinziehen. Ein Brunnen kann heuer eine Art Jubiläum feiern: Vor 30 Jahren wurde der Sodbrunnen vor dem Rathaus zum ersten Mal geschmückt, in letzter Minute hatte der Gemeinnützige Frauenverein diese Aufgabe übernommen. Grund für die Hast: Der Brunnen war nach über 100 Jahren unter dem Strassenniveau wieder zum Vorschein gekommen, als 1989 die Rathausgasse ausgeebnet wurde, wie der ehemalige Stadtschreiber Christoph Moser weiss. Die Stufen der Rathausgasse wurden übrigens von der Bevölkerung vermisst, sie waren eine gute Tribüne für den Jugendfestumzug.

Film ab Alle, die heuer ihr erstes Jugendfest erleben, erleben ein sanftes erstes Fest: Die volle Dröhnung mit Freischarenmanöver folgt nächstes Jahr. Dank des Freischarenfilms, der heute Abend Premiere feiert, kann man sich aber schon vorgängig mit dem für Lenzburg äusserst wichtigen Thema vertraut machen. Der Film wurde während des Manövers im letzten Jahr gedreht. Um 17.30, 20 (ausgebucht) und 21.30 Uhr finden im Alten Gemeindesaal Vorführungen statt.

Der Trailer:

Neuer Geheimtipp Die meisten Lenzburgerinnen und Lenzburger haben ihren fixen Platz fürs Feuerwerk, zu dem sie nach dem Lampionumzug marschieren. Dieses Jahr kommt ein neuer Hotspot dazu! Der Tipp kommt vom Jugendfestpräsidenten Andreas Schmid höchstpersönlich: «Bei der Schulanlage Angelrain, wo früher die Pavillons standen, gibt es einen neuen Aussichtspunkt zum Schloss. Von dort soll man das Feuerwerk sehr gut sehen können.»

Zum Ausklang Ebenfalls ein wichtiger Tipp für Jugendfestneulinge: Nicht gleich am Samstag in die Ferien fahren. Nach so viel Vorfreude und Aufregung an einem Tag muss man kontrolliert wieder runterkommen. Dafür gibt es den «Metschgplatsch»: ein kleines Musikfestival unter und um den Alten Gemeindesaal mit 40-jähriger Geschichte. Das Programm ist stets sehr abwechslungsreich. Bei einem kühlen Drink lässt es sich so wunderbar nochmals über die besten Jugendfestmomente reminiszieren. Luca Pibiri aus dem OK empfiehlt, gleich zu Beginn um 18 Uhr aufzutauchen. «Um zu sehen, wie sich das Fest verwandelt.» Von hell zu dunkel, von leise zu lauter, von Jugendfest zu fast vorbei.

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