Meisterschwanden
An der Pilzausstellung gab es Hunderte Pilzsorten zu bestaunen

Die 42. Pilzausstellung führte am Wochenende in die Welt der Trichterlinge, Röhrlinge und Porlinge. Mehr als 350 Pilzsorten gab es auf den Auslagen zu erkungen.

Peter Weingartner
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Offensichtliches Interesse
14 Bilder
Peter Zgraggen fotografiert einen Pilz.
Küffners staunen.
Dominik Küffner zählt die Pilze für den Wettbewerb.
James Gurtner, Pilzkontrolleur, erklärt.
Rege Diskussion
Grosses Interesse
Faszinierende Vielfalt
Impressionen von der Pilzausstellung in Meisterschwanden (Oktober 2017)
Arrangement
Stillleben mit Pilzen und Plastikabfall
Vorne die Ausstellung - hinten das Essen
Sie wollens genau wissen.
So wurden die Pilze präsentiert.

Offensichtliches Interesse

Peter Weingartner

Bitterscharfer Zwergknäueling? Isabellrötlicher Schneckling? Die Welt der Pilze ist ein eigenes Universum. Die 42. Pilzausstellung des Pilzvereins Seetal liess staunen. «Der Rote Heringstäubling riecht übel», sagt Dominik Küffner (8) aus Meisterschwanden. Riechen ist eine Wettbewerbsaufgabe für die Kinder.

Dodo Langemann aus Zürich fotografiert den Tiger-Ritterling. «Ich bin am Lernen», sagt sie und fotografiert alle giftigen Pilze, denn sie hat nächstes Jahr vor, die Prüfung als Pilzkontrolleurin zu machen. Sie rühmt die Ausstellung in der Mehrzweckhalle: «Grossartig präsentiert.» Man kann die Namen lesen, und die Farbe des Schildes gibt an, ob der Pilz giftig, kein Speisepilz, essbar oder als seltene Art gefährdet ist.

Mehr als 350 Pilzsorten liegen auf den Auslagen. Sie kommen mehrheitlich aus der Schweiz, teils auch aus der Toscana. Die Ausstellung zieht denn auch ein Fachpublikum an. Ein Mann aus St. Gallen kommt seit mehr als 30 Jahren hierher. «Ich führe eine Kartothek zu Hause», sagt er und schreibt die Namen der Pilze, die er noch nicht kennt, ins Notizbuch. Zu Hause schlägt er sie nach. «Das Gehirn trainieren», lacht er und macht sich mit seiner Lupe an den nächsten Pilz heran.

Auch Peter Zgraggen (75), seit 30 Jahren in Seon wohnhaft, hat eine Kamera dabei. «Mir geht es um die Lebensräume, die Zusammenhänge zwischen Geologie, Böden und dem, was darauf wächst», erzählt er. Der Untergrund bestimme mit, welche Pilze wachsen. Kalk? Sandstein? Da drückt der Mineraloge und Petrograf durch. Er esse gerne Pilze, sei aber kein Sammler; die Vielfalt, die Farben und Strukturen, das fasziniert ihn.

Eine Botschaft hat Pilzkontrolleur James Gurtner: «Man soll Pilze sammeln, die man auch im Laden kaufen würde.» Also nicht mit madigen Pilzen zum Pilzkontrolleur kommen. Im Verein geht man oft in Kleingruppen Pilze sammeln, zuweilen sucht man eine bestimmte Art.

Und deren gibt es hunderte. Schwindlinge, Schnecklinge, Saftlinge, Helmlinge, Rüblinge, Blättlinge und Becherlinge, Träuschlinge und Schüpplinge, Schmier- und Schleimschirmlinge. Aber auch Kuhmaul, Mönchskopf und Judasohr. Den «Magenbotanikern» offerierte der Pilzverein Pilzgerichte.

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