Vierfachmord Rupperswil
Aargauer Staatsanwaltschaft prüft Kopfgeld - Doch wie erfolgreich ist diese Taktik?

Eine Belohnung für wichtige Hinweise im Fall Rupperswil wird geprüft. Tele M1 geht der Frage nach, wie viel das bringt, was ein Psychiater dazu meint und wie erfolgreich diese Methode in der Vergangenheit war.

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Die Staatsanwaltschaft prüft den Einsatz einer Belohnung im Fall Rupperswil. Doch wie viel bringt ein sogenenanntes Kopfgeld? Wären entscheidende Hinweise nicht sowieso schon eingegangen?

Tele M1 befragt den renomierten forensischen Psychiater Josef Sachs. Dieser sagt, ein Kopfgeld könne bewirken, dass jemand einen Hinweis weitergibt, den er selbst als unwichtig eingestuft hätte. «Es kann aber auch eine Motivation sein, wenn jemand Informationen aus persönlichen Gründen nicht preisgeben will», so der Psychiater.

Vor 16 Jahren erfolgreich

In der Tat führte ein Kopfgeld bereits zum Erfolg. Vor 16 Jahren wurden drei Prostituierte in Wohlen ermordet. Lange tappten die Behörden im Dunkeln. Die Ermittlungen im Rotlichtmillieu erwiesen sich als schwierig. Die Behörden setzten deshalb eine Belohnung von 50'000 Franken aus. Eines der höchsten, in der Schweiz je ausgesetzten Kopfgelder. Einige Wochen später ging der entscheidende Hinweis ein, der Täter wurde gefasst. Ein grosser Triumph.

Der Damalige Polizeikommandant Léon Borer zweifelte trotz Gegenstimmen nie daran, dass der Fall gelöst würde. «Ich hatte immer das Gefühl in mir, dass wir diesen Fall lösen werden.»
Doch nicht in allen Fällen führt ein Kopfgeld zum Erfolg. Vor sieben Jahren finden Passanten die Leiche eines Deutschen auf der Aarebrücke bei Koblenz. Die Polizei setzt eine Belohnung von 20'000 Franken aus und die TV Sendung «Aktenzeichen XY» beschäftigt sich mit dem Fall. Trotzdem konnte nie ein Täter ermittelt werden.

Eines ist sicher, wird ein Kopfgeld im Fall Rupperswil ausgetzt, muss es ein hoher Betrag sein.

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