Kommentar
Aargauer Regierung plant Corona-Herbst: Sie will keine Hauruck-Übungen mehr

Der Aargauer Regierungsrat hat seine Eventualplanung für die weiteren Pandemie-Monate vorgestellt. Wird in Zukunft ein bestimmter R-Wert überschritten oder die Intensivplätze in den Spitälern knapp, werden neue Massnahmen beschlossen.

Eva Berger
Eva Berger
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Es war im letzten Dezember, als der Aargauer Regierungsrat vorpreschte und wegen der steigenden Fallzahlen von Covid-Infektionen die Geschäfte im Kanton erneut schliessen liess. Das war einige Tage, bevor der Bund das gleiche auch für den Rest des Landes verordnete. Aargauer Bevölkerung und Ladenbesitzer waren überrascht und verstimmt, der Entscheid löste einiges an Unmut aus.

Dem beugt der Regierungsrat jetzt vor. Mit der am Dienstag präsentierten Eventualplanung soll es keine solchen Hauruck-Übungen mehr brauchen, die Kriterien dafür, wann eine neue Massnahmenschwelle erreicht ist, sind definiert. Die Auslastung der Intensivbetten und der R-Wert sind auf Tage abschätzbar. Überraschungen dürften ausbleiben, auch wenn vorausschauende Planung in der Pandemie schwierig ist. Die regierungsrätliche Eventualplanung bietet einen Rahmen und das wiederum schafft Sicherheit für Bevölkerung, Veranstalter, Wirte und Gewerbler.

Noch besser wäre es, der R-Wert bliebe tief und die Intensivbetten leer. Dafür gibt es vorab ein Mittel: die Impfung. Sie schützt zuverlässig, seit Ende Januar waren schweizweit nur zirka 2 Prozent der hospitalisierten Patientinnen und Patienten geimpft. Je höher die Impfquote, desto kleiner die Gefahr, dass die Spitäler an ihre Kapazitätsgrenzen kommen und der Regierungsrat wieder Massnahmen zur Eindämmung beschliessen muss. Der Fokus auf die Impfkampagne macht darum nach wie vor Sinn.

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