Kommentar
Richtungswahl oder Doppelspitze

Welche möglichen Folgen der Rücktritt von Gabriela Suter aus dem Präsidium der SP Aargau mit sich bringen könnte.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Bisherige Präsidentin der SP-Aargau: Gabriela Suter

Bisherige Präsidentin der SP-Aargau: Gabriela Suter

Britta Gut

Nach vier Jahren gibt Gabriela Suter das Präsidium der SP Aargau ab – der Entscheid ist nachvollziehbar: Suter hat sich als Nationalrätin etabliert, mit ihrem Kampf gegen Töfflärm und Autoposer ist sie bekannt geworden. Auf kantonaler Ebene sind die Anliegen der SP weniger mehrheitsfähig. Sie ist mit ihren Vorstössen für höhere Steuern mehrfach gescheitert.

Misst man Suter an den Wahlresultaten ihrer Präsidentschaft, fällt die Bilanz durchzogen aus: Der Ständeratssitz der SP ging 2019 verloren, dafür holte die Partei im Nationalrat ein drittes Mandat. Bei den Grossratswahlen 2020 verlor die SP über zwei Prozent Wähleranteil und büsste vier Sitze ein, bei den Gemeindewahlen diesen Herbst legte sie leicht zu.

Mit Blick auf die Wahlen 2023 muss sich die SP gegen Grüne und GLP abgrenzen, mit denen sie um Stimmen im links-grünen Lager kämpft. Die Basis muss sich überlegen, ob sie eine klar linke Politikerin wie Lelia Hunziker, eine erfahrene National­rätin wie Yvonne Feri oder eine ­pragmatische Grossrätin wie Simona Brizzi als neue Präsidentin will.

Gut möglich, dass es auf ein Co-Präsidium mit einer gewerkschaftlich-linken und einer sozial-liberalen Person herausläuft. Dass dies funktioniert und das Präsidium ein Sprungbrett sein kann, hat die Zeit mit Cédric Wermuth und Elisabeth Burgener gezeigt. Er ist heute Co-Präsident der SP Schweiz, sie präsidiert im kommenden Jahr den Grossen Rat.