Wochenbulletin
Die Corona-Zahlen steigen im Aargau weiter – vermehrt Todesfälle auf der Intensivstation

Nebst der Zahl der Neuinfektionen haben auch die Todesfallzahlen im Aargau seit Mitte März zugenommen. Rund 90 Prozent der neuen Fälle werden von Mutationen verursacht.

Mark Walther
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Die Zahl der Neuansteckungen mit Sars-CoV-2 hat in den letzten zwei Wochen im Aargau weiter zugenommen; um fünf bis zehn Prozent verglichen zur jeweiligen Vorwoche. Das schreibt Kantonsärztin Yvonne Hummel im wöchentlichen Situationsbericht zur epidemiologischen Lage im Kanton Aargau. Immerhin: Der Anstieg hat sich etwas verlangsamt. Von Anfang bis Mitte März waren die Fallzahlen noch um 50 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen.

Ein deutlicher Anstieg ist bei den Spitaleintritten auf der allgemeinen Abteilung zu verzeichnen. Seit Mitte März sind auch die Todesfallzahlen angestiegen. Nun würden insbesondere Erkrankte in Spitälern und Personen unter 75 Jahren versterben, heisst es im Bericht.

Corona-Verstorbene im Kanton Aargau

11. - 17. März 18. - 24. März 25. - 30. März 31.März - 7. April 15. - 21- April 22. - 28. April
Anzahl gemeldeter Todesfälle (vorläufig) 2 6 8 10 4 7
Alter (minimal - maximal) 85-86 63-90 51-75 52-100 66-89 61-94

Auf den Intensivstationen im Aargau sind genug freie Kapazitäten vorhanden. Dies aus folgendem Grund, wie Hummel schreibt: «Aufgrund der vermehrten Todesfälle in der Intensivpflegestation kam es zu einer Reduktion der Bettenbelegung.» Der Bericht geht nicht weiter auf die Frage ein, warum vermehrt Intensivpatienten sterben.

Todesfälle im Spital

0246825.02. – 03.0304.03. – 10.03.11.03. – 17.03.18.03. – 24.03.25.03. – 30.03.31.03 – 07.04.15.04 – 21.04.22.04 – 28.04.

Mutationen dominieren

Bis am Donnerstag infizierten sich im Aargau 2843 Personen nachweislich mit einer mutierten Virusvariante – mit der britischen, der südafrikanischen oder der brasilianischen Mutation. Bei neun von zehn neuen Fällen im Aargau verursacht derzeit eine Variante die Infektion.

Die Pilotphase für Massentests an Schulen und in Betreuungseinrichtungen ist beendet. Die teilnehmenden Institutionen testen weiter. Derzeit wird das Hauptprojekt vorbereitet. Wie weit die Teststrategie ausgeweitet wird, hängt gemäss Hummel stark davon ab, wie gross die Kapazitäten in den Labors sind, die die Tests auswerten.

Bei den PCR-Tests liegt die Positivitätsrate im Aargau derzeit bei 8,3 Prozent. Rechnet man auch die Schnelltests mit ein, beträgt sie sieben Prozent – leicht mehr als der Schweizer Durchschnitt von 5,5 Prozent.

Covid-Test im Kantonsspital Aarau.

Covid-Test im Kantonsspital Aarau.

Sandra Ardizzone

Der Aargau hat bislang 142'350 Impfdosen erhalten. 6,6 Prozent der Gesamt-Bevölkerung (inklusive ausserkantonales Gesundheitspersonal) sind zweifach geimpft. Der Aargau liegt knapp über dem Schweizer Durchschnitt.

Aussichten besser, Überlastungs-Gefahr aber nicht gebannt

Die Aussichten auf die nächsten zwei bis vier Wochen sind leicht besser geworden. Eine Überlastung des Gesundheitswesens kann aber nicht ausgeschlossen werden. Die Reproduktionszahl ist leicht gesunken und liegt bei 1,13 (Wert vom 15. März). Das bedeutet, dass Mitte März 100 Infizierte im Durchschnitt 113 weitere Personen ansteckten. Die ganze Schweiz weist einen R-Wert von 1,17 auf.

Bleibt der R-Wert auf diesem Niveau, verdoppeln sich die Fallzahlen in drei bis vier Wochen. In acht Wochen wäre der Aargau bei 600 Neuinfektionen pro Tag, womit die Kapazitäten des Contact-Tracing-Centers nur noch knapp ausreichten. Weil dann auch deutlich mehr Spitaleintritte erfolgten, drohte gleichzeitig die Überlastung des Spitalwesens.

Diesem Szenario liegt die Annahme zugrunde, dass das Infektionsgeschehen gleich weitergeht wie in den letzten Wochen. Die Wirkung der Impf-Kampagne ist dabei nicht berücksichtigt.