Auszeichnung
Wie profitierten Laufenburg und Turgi vom Wakkerpreis?

Die Stadt Aarau erhält nach Laufenburg (1985) und Turgi (2002) als dritte Aargauer Gemeinde den Wakkerpreis. Für Laufenburg war die Verleihung der Startschuss in der Tourismusbranche. Auch für Turgi gab es danach Veränderungen.

Janine Müller
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Nach der Verleihung des Walkkerpreises stieg die Zahl der Stadtführungen sprunghaft an.

Nach der Verleihung des Walkkerpreises stieg die Zahl der Stadtführungen sprunghaft an.

az-Archiv

Bildhauer Erwin Rehmann erinnert sich noch gut an das Jahr 1985. Das Jahr, in dem der Gemeinde Laufenburg als erste Aargauer Gemeinde überhaupt der Wakkerpreis verliehen wurde. Der 91-Jährige setzte sich damals, als Mitglieder der Baukommission, für den Erhalt und die Renovation der Altstadt ein. Der Wakkerpreis sei für ihn eine Anerkennung für den Einsatz gewesen, sagt er. «Der Preis hat mir sehr viel bedeutet. Es ist eine Art Anerkennung und Genugtuung.»

Ihm sei aber auch bewusst gewesen, dass man sich nun nicht auf den Lorbeeren ausruhen könne. Er habe damals gesagt: «Wenn wir diesen Preis erhalten, dann haben wir auch eine Aufgabe. Denn dann werden die Touristen kommen.»

Der Anfang des Tourismus

Erwin Rehmann sollte Recht behalten. Nach der Verleihung des Preises sei die Zahl der Stadtführungen sprunghaft angestiegen. Er selber hat dann Stadtführer ausgebildet und einen historischen Führer verfasst, der noch heute existiert.

Vielmehr scheint vom Wakkerpreis aus dem Jahr 1985 aber nicht hängen geblieben zu sein. «Die Nachhaltigkeit des Preises ist nicht sonderlich hoch», sagt der damalige Gemeindeschreiber Alois Leu. Kurzfristig sei der Preis aber von grosser Bedeutung gewesen. Laufenburg sei wochenlang in den Zeitungen gewesen, «man schaute nach Laufenburg». «Der Wakkerpreis war die Bestätigung für die Arbeit der Denkmalpflege», sagt Alois Leu. «Und dank des Preises begann sich der Tourismus zu entwickeln.»

«Aarau hat grossen Aufwand betrieben»

Darum findet es Erwin Lehmann auch berechtigt, dass nun die Stadt Aarau ausgezeichnet wird und den mit 20'000 Franken dotierten Wakkerpreis entgegennehmen darf. «Aarau hat eine wunderschöne Altstadt und hat in den letzten Jahren grossen Aufwand betrieben.» Und sollte eine weitere Aargauer Gemeinde in den nächsten Jahren den Preis erhalten, weiss er auch schon, an wem er selber diesen vergeben würde: «An Zofingen. Die setzen sich sehr für ihre schöne Altstadt ein.»

Turgi bringt Buch heraus

In der Gemeinde Turgi, die 2002 den Wakkerpreis erhielt, ist dieser noch präsent. Im Mai 2014 soll ein Buch über die Wakkerobjekte in Turgi rauskommen, dokumentiert mit Fotos der Objekte, sagt Gemeindeschreiberin Michaela Egloff. Auch die Broschüre der Gemeinde Turgi wird zurzeit überarbeitet. Diese beinhaltet auch eine Dokumentation zum Wakkerpreis.

Mit Stolz schaut die Gemeinde zurück auf die Zeit vor der Verleihung des Wakkerpreises, welche den Grundstein für den Preis gelegt hat. Dass die Fabrikantenvillen unter Schutz gestellt wurden, wird als Beispiel genannt. Ein weiteres ist das Leitbild aus dem Jahr 2000, welches die Basis für die zukünftige Planung der Gemeinde darstellte. Bis heute hätten viele kulturhistorisch relevante Objekte massvoll renoviert werden können, heisst es in der Dokumentation.

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