Parteipräsidien

Wermuth und Glarner: Aargauer auf dem Sprung an die Spitze – der Direktvergleich

Cédric Wermuth (SP) und Andreas Glarner (SVP) kämpfen derzeit um das Partei-Präsidium.

Cédric Wermuth (SP) und Andreas Glarner (SVP) kämpfen derzeit um das Partei-Präsidium.

Kaum ein anderer Spitzenpolitiker im Aargau polarisiert so stark wie Cédric Wermuth (SP) und Andreas Glarner (SVP). Bald könnten sie die zwei grössten Parteien der Schweiz präsidieren: Wermuth (34) und Glarner (57) haben intakte Wahlchancen, wenn es nach der Sommerpause um die Führung von SP und SVP Schweiz geht.

Momentan steht mit Christian Levrat ein Freiburger an der Spitze der SP Schweiz, die SVP Schweiz präsidiert mit Albert Rösti ein Berner. Bald könnten die beiden grössten Parteien der Schweiz jeweils Aargauer Präsidenten haben: Nationalrat Cédric Wermuth (34, Zofingen) kandidiert als Co-Präsident mit der Zürcher Nationalrätin Mattea Meyer bei der SP. Andreas Glarner (57, Oberwil- Lieli) hat seine Kandidatur für das SVP-Präsidium vor kurzem offiziell angemeldet.

Die zwei Aargauer Politiker polarisieren, ihre Auftritte sind oft provokativ, sie treten gerne zu Streitgesprächen oder harten Debatten an und lieben den Wahlkampf. Wermuth gehört zum linken Flügel der SP, Glarner politisiert am rechten Rand der SVP – und zu beiden gibt es Episoden, die zeigen, wie sie sich in Szene setzen und ihre Positionen vertreten.

Glarner und sein Besuch im Flüchtlingslager

Andreas Glarner liess in seiner Zeit als Gemeindeammann in Oberwil-Lieli mehrere alte Häuser abreissen, die als Asylunterkunft hätten dienen können. Jahrelang weigerte sich die Gemeinde, die vom Kanton zugewiesenen Flüchtlinge aufzunehmen, zahlte lieber eine Ersatzabgabe und klagte gegen den Verteilschlüssel. Andererseits besuchte er im Sommer 2016 ein Flüchtlingslager in Griechenland, liess sich mit einem Baby auf dem Arm fotografieren und sagte einem mitgereisten «Blick»-Reporter: «Es ist brutal, in welchen zum Teil menschenunwürdigen Umständen diese Menschen leben. Wir müssen den Flüchtlingen, die schon in Europa sind, stärker helfen, als wir das bislang taten.»

Wermuth und der Joint am SP-Parteitag

Cédric Wermuth rauchte 2008 an einer SP-Delegiertenversammlung provokativ einen Joint. Die heutige Jugend sei «kein Haufen verwirrter psychopathischer Junger, der nur darauf wartet, die nächste liberalisierte Droge bis zum Exzess zu konsumieren», sagte er. Ob wegen oder trotz Joint-Aktion: Die SP fasste die Ja-Parolen zur Initiative «für eine vernünftige Hanf-Politik» und zum Betäubungsmittelgesetz. Wermuth bot dem heute noch amtierenden SP-Präsidenten Levrat seinen Joint an – dieser lehnte dankend ab. «Gerne würde ich ihn zu einem Seminar über entspannte Sicherheitspolitik einladen», sagte Wermuth danach zu «20 Minuten». Nun, zwölf Jahre später, könnte er Levrat als Präsident ablösen.

Die AZ zeigt, wie die Wahlchancen von Glarner und Wermuth stehen, wie gross ihr Aargau-Faktor ist, welche politische Führungserfahrung die beiden mitbringen – und was die zwei Präsidentschaftskandidaten übereinander sagen.

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