Bad Säckingen
Warum der 84-Jährige in Bad Säckingen in eine Menschenmenge fuhr und zwei Personen tötete

Mitte Mai fuhr ein 84-Jähriger in Bad Säckingen in ein Strassencafé, es gab Tote und Verletzte. Jetzt hat die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen – und es ist klar, warum es zu diesem tragischen Zwischenfall kam.

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Die Polizei hat die Ermittlungen gegen den Todesfahrer von Bad Säckingen abgeschlossen. Das meldet Tele M1.

Mitte Mai war ein 84-Jähriger in der Fussgängerzone in eine Gruppe von Menschen vor einem Strassencafé gefahren. Zwei Personen – darunter eine im Aargau lebende Deutsche – starben, rund 20 Personen wurden verletzt.

Christos Ntritsos, der in Bad Säckingen gegenüber des Cafés eine Eisdiele betreibt, sagt: "Das Ereignis, die Panik kann ich nicht so einfach vergessen."

Die deutsche Polizei bestätigt auf Anfrage von Tele M1, dass der Rentner das Bremspedal mit dem Gaspedal verwechselt hat. Der Unfallfahrer sei seit dem Unfall so stark traumatisiert, dass er in Behandlung sei.

Ist der Rentner deshalb gar nicht verhandlungsfähig?

Der Aargauer Rechtsanwalt Andé Kuhn sagt dazu: "Die Untersuchungen können in so einem Falle nicht weitergeführt werden. Man kann sie pausieren oder gar sistieren."

Bei dauerhafter Verhandlungsunfähigkeit könne sein, dass ein Strafverfahren sogar eingestellt werden müsste. Das würde bedeuten, dass der Todesfahrer statt mit möglicherweise Gefängnis ungeschoren davon kommen könnte.

Auto rast in Strassencafé in Bad Säckingen - zwei Tote
17 Bilder
Der Unfallfahrer, ein 84-jähriger Mann, dürfte das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt haben
Dabei kam eine 63-jährige Frau und ein Mann ums Leben
Rentner fährt in Bad Säckingen in Strassencafé - zwei Menschen tot
Dutzende Rettungskäfte stehen im Einsatz
Ein Bild einer Webcam aus der Innenstadt von Bad Säckingen - der Unfall geschah nicht auf diesem Platz

Auto rast in Strassencafé in Bad Säckingen - zwei Tote

Philipp Ammann/Tele M1

In Bad Säckingen könnten Besucher eines Strassencafés damit aber leben: «Ich weiss nicht, ob man den Fahrer noch gross bestrafen muss. Den Führerausweis hat er los, das reicht im Prinzip», sagt Ruth Irniger aus Oberrohrdorf. Und Günther Frei aus Bad Säckingen sagt: «Der ist bestraft genug.»

Der Fall geht nun an die deutsche Staatsanwaltschaft. Diese entscheidet, ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. (jk)

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