Lockdown
Verwirrung um Schliessungen und Last-Minute-Einkäufe im Aargau – das sagt Kantonsärztin Hummel

Ansturm auf den Baumarkt in Oftringen, Unmut bei Inhabern von Sportgeschäften – Kantonsärztin Yvonne Hummel äussert sich zu den verschärften Corona-Massnahmen im Kanton Aargau.

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Verwirrung um die anstehenden Schliessungen im Aargau: Vor dem Lockdown am Montag haben viele am Samstag noch einmal die Gelegenheit genutzt, um Einkäufe zu tätigen. So kam es zu einem regelrechten Ansturm auf den Baumarkt in Oftringen. Offenbar war vielen Aargauerinnen und Aargauern nicht bewusst, dass Baumärkte weiter geöffnet haben dürfen, wie eine Umfrage von Tele M1 zeigt:

«Alle Läden, die Güter vom täglichen Bedarf verkaufen, dürfen geöffnet haben», sagt Kantonsärztin Yvonne Hummel gegenüber dem Sender. Das gelte nicht nur für Baumärkte, sondern beispielsweise auch für Babyfachgeschäfte, die Produkte des täglichen Bedarfs verkauften, präzisiert Hummel.

Anders sieht es bei Sportgeschäften aus. Dort bleiben die Türen ab Montag geschlossen. Das sorgt für Unverständnis bei Jürg Dietiker, dem Inhaber des Intersport Dietiker in Schöftland:

Es ist brutal. Wir sind unheimlich erschrocken, als wir das am Freitagabend zum ersten Mal vernommen haben.

Dietiker befürchtet nun, dass seine Kunden in andere Kantone abwandern, um Skiausrüstung zu kaufen. «Das bringt doch auch nichts», sagt er frustriert.

Dass Aargauerinnen und Aargauer ab Montag einfach nach Zürich oder Solothurn ausweichen können, ist auch Kantonsärztin Yvonne Hummel bewusst. «Es ist trotzdem so, dass wir im Aargau jetzt so die sozialen Kontakte vermindern und Menschenansammlungen verhindern können.» Das führe zu weniger Ansteckungen im Kanton, was eine Überlastung der Spitäler «hoffentlich» verhindere.

Dass der kurzfristige Schliessungs-Entscheid zu einem Ansturm am Samstag führen könnte, habe man in Kauf genommen.

(sam)

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