Vater tötet Kinder: Unbegreiflich, aber im Aargau kein Einzelfall

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Tragisch Dass ein Vater seine Kinder umbringt und danach Suizid begeht, ist für viele unbegreiflich – Psychologe Thomas Spielmann sprach bei Tele M1 am Montag nach dem Tötungsdelikt von «tiefer Verzweiflung», die beim Täter herrschen müsse. Dennoch gab es im Aargau schon vergleichbare Fälle.

Niederlenz, Februar 2015: Ein 44-jähriger Mann bringt seine vierjährige Tochter mit Messerstichen in die Brust um. Er verletzt auch seine 43-jährige Ehefrau und sich selber. Der Mann wird verhaftet – vier Monate später springt er im Gefängnis Lenzburg über ein Treppengeländer und nimmt sich so das Leben. Gegen ihn lief ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung. Er machte bis zur letzten Einvernahme geltend, sich an die Tat nicht mehr erinnern zu können.

Islisberg, Mai 2005: Ein 37- jähriger Familienvater erschlägt seine Frau und die beiden Kinder in seinem Einfamilienhaus. Danach verübte er Suizid – der Mann sprang von einer Brücke. Der Mann hatte seine gleichaltrige Frau, den siebenjährigen Sohn und die vierjährige Tochter mit Hammerschlägen auf die Köpfe getötet. Alle Opfer schliefen in ihren Betten. Aufgrund eines Abschieds- und Bekennerschreibens ging die Polizei von einem Familiendrama aus. Möglicherweise hatten berufliche Überforderung oder Stress die schreckliche Bluttat ausgelöst.

Muri, März 2005: Ein 47-jähriger Mann erschiesst seine 35- jährige Ehefrau und seine Töchter im Alter von vier und zehn Jahren. Danach richtete er sich mit einer Faustfeuerwaffe. Die Töchter und die Frau wurden im Schlaf getötet, die Tat geschah nachts. Der Ehemann musste seine Tat geplant haben: Beim Eintreffen der Polizei waren alle Türen und Fensterläden des Hauses verschlossen. Motiv für die war wohl die kurz bevorstehende Trennung des Ehepaars.

Oberrohrdorf, Juni 1996: Ein Familienvater (60) und aner- kanntes Mitglied der Gemeinde erschiesst seine Ehefrau (58) und seinen jüngeren Sohn (18). Auch den älteren Sohn (20) will er umbringen, tut es aber doch nicht, weil dieser erwacht, als der Vater mit der Pistole im Zimmer steht. Als Tatmotiv gibt der Vater an, er habe seiner Familie den finanziellen Ruin ersparen wollen. Der Täter wird zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, er kommt 2003 nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe frei. Rund drei Jahre später stirbt er eines natürlichen Todes. (fh)