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Tierquälerei
Nach Missständen in Aargauer Hobbybetrieb: Tierhalterin darf keine Pferde und Hühner mehr halten

Wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz hat der Veterinärdienst des Kantons Aargau Mitte Mai neun Pferde und Ponys beschlagnahmt. TeleM1 hat mit dem Aargauer Bauernverband über den Tierquälerei-Fall im Raum Aarau gesprochen.

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Die Halterin habe die Tiere mangelhaft gehalten, schreibt das Departement Gesundheit und Soziales am Montag. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung habe der Veterinärdienst engmaschige Kontrollen durchgeführt, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen.

Der Veterinärdienst beanstandete den versumpften und verdreckten Auslauf, die ungenügend oder nicht eingestreute Liegefläche sowie die vernachlässigte Tierpflege. Auf dem Gelände fanden sich demnach zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung auch tote sowie ungenügend betreute Hühner. Genutzt haben die Beanstandungen offenbar nicht. Der Veterinärdienst veranlasste in der Folge die Beschlagnahmung der Pferde und Ponys und reichte wegen der Zustände Strafanzeige ein.

Halteverbot per Anfang Juli

Die beschlagnahmten Pferde sind mittlerweile in tierärztlicher Betreuung und an Pflegeplätze gebracht worden, wo sie sich in der Zwischenzeit gut erholt haben, schreibt der Kanton weiter. Diese werden nach Ablauf der Beschwerdefrist definitiv platziert. Die Tierhalterin wurde vom Veterinärdienst mit einem Tierhalteverbot für Pferde und Hühner belegt.

Für Christoph Hagenbuch, Präsident Aargauer Bauernverband, ist klar, dass solche Hobbybetriebe genauer unter die Lupe genommen werden müssen: «Es ist gut, dass fehlerhafte Tierhalter begleitet werden und wenn sie sich nicht einsichtig zeigen, soll die Tierhaltung vor allem bei Hobbybetrieben verboten werden», so Hagenbuch gegenüber Tele M1.

Mehr Kontrollen

Seit einem Tierschutzfall in Oftringen im Jahr 2020 hatte der Kanton Aargau sein Kontrollkonzept überarbeitet und führte ein verstärktes Monitoring auffälliger Tierhaltungen ein. Grobe und wiederholte Verstösse gegen das Tierschutzgesetz würden engmaschiger kontrolliert, schreibt das Veterinäramt. So seien im vergangenen Jahr mehr Verstösse aufgedeckt worden.

Schweizweites Aufsehen erregte 2017 ein grober Fall im thurgauischen Hefenhofen. Die Bilder von abgemagerten und verendeten Pferden erschütterten die ganze Schweiz. Ein Bauer vernachlässigte seine Tiere, zwölf starben. Anfang August 2017 wurde der Hof des Beschuldigten geräumt, und die Pferde wurden anschliessend versteigert. Gut fünf Jahre nach dem grausigen Fund, erhob die Thurgauer Staatsanwaltschaft vergangenen März Anklage gegen ihn sowie weitere Personen beim Bezirksgericht Arbon. (ArgoviaToday)