TalkTäglich
Coronamassnahmen: Entlassener Kantilehrer kämpft weiter dagegen – SP-Nationalrätin sieht keine andere Lösung

Weil er an einer Corona-Demo auftrat, verlor Kantilehrer Markus Häni aus Wohlen seinen Job. Auch im «TalkTäglich» von TeleM1 wehrte er sich gegen die Massnahmen, sie seien unverhältnismässig. SP-Nationalrätin Yvonne Feri zeigte ein gewisses Verständnis für seine Haltung, hält die Coronamassnahmen aber für notwendig.

Raphael Karpf
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Ausschnitt aus der Sendung: Häni äussert sich zu seiner Entlassung und die beiden Talk-Gäste sagen, wie sie zu den Corona-Massnahmen stehen.

Tele M1

Mehrere tausend Menschen gingen vergangenen Samstag in Liestal auf die Strasse. Sie kritisierten das Coronaregime der Schweiz mit Plakaten wie «Impfen tötet». Auch in Wohlen gingen Ende Februar Menschen wegen der Coronamassnahmen auf die Strassen.

An beiden Demonstrationen dabei war Markus Häni. Nach dem Auftritt in Wohlen verlor er seine Stelle als Lehrer an der Kanti Wohlen. An seiner Haltung hielt er indes fest: Die Massnahmen gegen das Virus würden in keinem Verhältnis stehen. Im Gegenteil: Sie würden mehr Schaden anrichten als das Virus an sich. Auch im «TalkTäglich» von Tele M1 am Dienstagabend vertrat er diese Haltung.

Häni betonte, er stelle nicht Corona an sich infrage. Er sei kein Virologe, er könne nicht sagen, das Virus existiere nicht.

«Aber die Massnahmen dagegen sind unverhältnismässig und zerstörerisch.»

Sie führten zu einer Spaltung der Gesellschaft und ruinierten die Wirtschaft. «Die Pandemie betrifft 95 Prozent der Menschen praktisch nicht. Das rechtfertigt die drastischen Massnahmen nicht.»

Markus Häni (links) an der Corona-Demo in Wohlen.

Markus Häni (links) an der Corona-Demo in Wohlen.

Andre Albrecht

Auch das Argument, mit den Massnahmen würde eine Überlastung der Spitäler und weitaus schlimmere Folgen verhindert werden, gilt in Hänis Augen nicht. «Von einer Überlastung der Spitäler sind wir weit entfernt.» Die Massnahmen seien aufzuheben, stattdessen solle auf Eigenverantwortung gesetzt werden. Und die Risikogruppen, die dies wünschten, sollten konsequent geschützt werden. Häni sagte auch, dass viele Menschen in den Altersheimen an der Isolation gestorben seien. Rhetorisch frag er:

«Haben sie die alten Leute gefragt, ob sie eingesperrt werden wollen?»
Yvonne Feri

Yvonne Feri

Alex Spichale

SP-Nationalrätin Yvonne Feri zeigte ein gewisses Verständnis für Hänis Haltung. Die Massnahmen brächten tatsächlich Begleiterscheinungen mit sich: mehr häusliche Gewalt oder Einsamkeit. Feri verteidigte die Einschränkungen aber auch:

«Was wäre passiert, wenn wir nichts gemacht hätten? Es gibt keinen anderen Weg.»

Bilder wie aus Bergamo im vergangenen Frühling, als die Spitäler überfüllt waren und Leichen in Lastwagen abtransportiert werden mussten, weil es so viele waren, möchte sie nicht in der Schweiz sehen, sagte Feri. So entgegnete sie auf Hänis Vorwurf, die Spitäler seien bei weitem nicht überlastet, auch prompt: «Aber wieso? Weil wir Massnahmen haben und versuchen, das Virus einzudämmen.»

Die Massnahmen nun abzuschaffen, sei keine Lösung, auch wenn hauptsächlich ältere Menschen der Pandemie zum Opfer fielen. Feri betont:

«Ich kenne einige ältere Menschen, die in den nächsten Jahren sterben werden. Aber sie möchten nicht an Corona sterben.»

Die Sendung TalkTäglich vom Dienstagabend mit Markus Häni und Yvonne Feri in voller Länge.

Tele M1

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