Fangewalt
SVP-Reimann: «Solche Pyro-Bomben-Werfer gehören nicht in unsere Sportstadien»

Ein Pyro-Werfer muss für 18 Monate hinter Gitter. Das hat das Bundesstrafgericht am Mittwoch entschieden. Nicht nur in der Fussballszene sondern auch unter Politikern wird nun die Hoffnung laut, dieses Urteil könne die Fanszene wachrütteln.

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Vier Pyrogegenstände hatte der 24-jährige Ostschweizer im vergangenen Jahr aufs Fussballfeld geworfen. Durch den Knall eines Pyros erlitt ein Familienvater einen irreversiblen Hörschaden. Dafür musste sich der Fussballfan vor dem Bundestrafgericht verantworten – und wurde zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Die Hälfte davon unbedingt.

Dieses harte Urteil weckt nun Hoffnungen. Denn auch bei anderen Fussballclubs sind Chaoten ein Problem. So kommt es im Brügglifeld trotz Videoüberwachung immer wieder zu üblen Szenen, in denen Fans über 1000 Grad heisse Pyro-Fackeln zünden.

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann findet klare Worte: «Solche Chaoten, Pyro-Bomben-Werfer, gehören einfach nicht in unsere Sportstadien. Sie gehören überhaupt nicht in die Öffentlichkeit, sondern vor den Richter», sagt er gegenüber «Tele M1». «Und wenn sie Menschenleben gefährden, gehören sie hinter Gitter.»

Urteil ist Signal

Auch GLP-Nationalrat Beat Flach hat keine Toleranz für die Chaoten. «Sie sollen merken, dass der Staat nicht mehr wegschaut, wenn man solche gefährlichen Gegenstände mit ins Stadion nimmt.» Zudem erhofft er sich durch das harte Urteil einen Lerneffekt: «So wird man vielleicht den Kollegen fragen ‹willst du das wirklich machen, deinen Job und deine Zukunft riskieren wegen so eines Seichs?›.»

Davon geht auch Robert Kramer, Geschäftsführer des FC Aarau, aus. Er wäre froh, wenn das Urteil nun eine positive Wirkung auf andere Chaoten hätte, sagt er gegenüber dem Regionalsender.

Thomas Studer, Präsident des Fanclubs Aarau 1981, hingegen bezweifelt, dass das Urteil die Fanszene wachrütteln kann. «Das ändert gar nichts, weil jeder wieder das Gefühl hat, das betreffe ihn nicht», glaubt er.

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