«Operation Nova»
Server von Cyberkriminellen ausser Betrieb gesetzt – Aargauer Polizei war involviert

Ein kriminelles Netzwerk wurde am Montag ausser Betrieb gesetzt. Hinter den Ermittlungen im Fall «Operation Nova» steckt eine Kooperation mit zahlreichen internationalen Sicherheitsbehörden.

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Weltweit konnten rund 250 Unternehmen identifiziert und rechtzeitig gewarnt werden.

Weltweit konnten rund 250 Unternehmen identifiziert und rechtzeitig gewarnt werden.

KEYSTONE

Knapp 50 Server eines weltweit agierenden Netzwerks von Cyberkriminellen sind mit Hilfe von Spezialisten aus Baden-Württemberg ausser Betrieb gesetzt und teilweise beschlagnahmt worden. Die Verantwortlichen des Netzwerks sollen demnach kriminellen Kunden eine mit technischen Anonymisierungsmöglichkeiten ausgestattete IT-Struktur gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt haben, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Dienstag mitteilten. Die Kunden sollen diese für schwere Cyberstraftaten und zur Abwicklung illegaler Geschäfte genutzt haben. Das Netzwerk wurde am Montag ausser Betrieb gesetzt.

FBI und Sicherheitsbehörden Europol eingebunden

Der internationalen «Operation Nova» waren umfangreiche Ermittlungen vorausgegangen, die ihren Ursprung in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Polizeipräsidiums Reutlingen hatten. Cyberspezialisten der Kriminalpolizeidirektion Esslingen ist es gelungen, in die kriminelle IT-Infrastruktur einzudringen und die Spur bis zu den Servern zurückzuverfolgen. In die internationale Zusammenarbeit waren unter anderem die Sicherheitsbehörden Europol und die US-amerikanische Bundespolizei FBI eingebunden. Auch die Kantonspolizei Aargau nahm an der Kooperation teil.

«Der heutige Ermittlungserfolg zeigt eindeutig und klar: Wir gehen mit aller Entschlossenheit gegen die organisierte Cyberkriminalität vor - national wie international», sagte Innenminister Thomas Strobl zum Schlag gegen das Netzwerk.

Auswerung des Datenmaterials dauert an

Bei der Auswertung des Datenmaterials stiessen die Cyberspezialisten auf bereits länger andauernde Cyberangriffe gegen Unternehmen. Eine Verschlüsselung der Daten der jeweiligen Unternehmen und damit ein kompletter Ausfall der IT-Systeme stand oft unmittelbar bevor, wie es hiess. Üblicherweise wäre danach Erpressung die Folge. Weltweit konnten rund 250 Unternehmen identifiziert und rechtzeitig gewarnt werden.

Die Auswertung des Datenmaterials sowie die Identifizierung von Verantwortlichen und Nutzern des Netzwerk dauern an.

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