Reaktion
Das sagt die SP zum Grossabbau bei Novartis: «Exodus der Arbeitsplätze aus dem Aargau hält an»

Der Pharmariese Novartis baut in der Schweiz 1400 Stellen ab. Auch der Aargau ist davon betroffen. Nun hat sich die SP zum Stellenabbau geäussert und die Regierung zum Handeln aufgefordert.

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Der Aargauer SP-Co-Präsident Stefan Dietrich kritisiert den Stellenabbau der Novartis.

Der Aargauer SP-Co-Präsident Stefan Dietrich kritisiert den Stellenabbau der Novartis.

Keystone / David Zehnder

Am Dienstag gab der Pharmakonzern Novartis kurz vor Feierabend bekannt, einen grossen Stellenabbau in der Schweiz zu vollziehen. Insgesamt sollen mehr als 10 Prozent der 11'600 Stellen gestrichen werden. Weltweit sind vom Abbau rund 8000 der insgesamt 108'000 Stellen betroffen.

Nun hat sich die Aargauer SP zu Wort gemeldet und den Stellenabbau massiv kritisiert. Die Leidtragenden seien die Angestellten, heisst es in einer Mitteilung. Sie würden in eine ungewisse Zukunft blicken. Stefan Dietrich, Co-Präsident der SP Aargau, lässt sich wie folgt zitieren: «Novartis nimmt als Unternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung nicht wahr und lässt Arbeitnehmende in Krisenzeiten im Stich.»

Weiter kritisiert die Partei die Politik, aber auch die Bevölkerung, die Entscheide an der Urne zugunsten der «Wirtschaftselite» fälle. «Mit der Steuergesetzrevision wurde der scharenweise Zuzug von Firmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen versprochen», sagt SP-Grossrätin Carol Demarmels. Das Gegenteil scheine nun aber in Kraft zu treten.

SP fordert Regierung zum Handeln auf

Grossrätin Lelia Hunziker meint, dass die Regierung getrieben von den Wirtschaftsverbänden sei und auf tiefe Steuern setze. «Es braucht andere Massnahmen, um Arbeitsplätze zu halten und Unternehmen anzulocken», sagt Hunziker.

Die SP fordert nun in einer Mitteilung die Regierung zum Handeln auf. Sie solle sich für eine faire Unternehmensleitung und nachhaltige Sozialpläne stark machen. Weiter heisst es: «Wir fordern die Regierung zu einer Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik auf. Nicht die Perspektive auf tiefe Steuern halten Unternehmen und damit Arbeitsplätze.»

Gute ÖV-Anbindungen, Tagesschulen, Kitaplätze, Naherholung, günstiger Wohnraum, Kultur- und Sportangebote sollen gemäss SP-Mitteilung helfen, den Aargau als Wirtschaftsstandort attraktiver und den «Exodus der Arbeitsplätze» aufzuhalten. (az/fan)