Es ist der Albtraum jedes Schulleiters und aller Eltern: Ein pädophiler Lehrer unterrichtet jahrelang an verschiedenen Schulen in mehreren Kantonen. Schon vor elf Jahren hat sich der Mann in sexueller Absicht einer Schülerin genähert, später hatte er Sex mit einer 15-Jährigen, schliesslich wurde der Mann wegen intimen Chats mit einer Schülerin fristlos entlassen.

Die Schulverantwortlichen in Dulliken, wo er 2013 entlassen wurde, verstecken sich hinter dem Datenschutz. Der Schulleiter von Wettingen, wo er danach angestellt wurde, schweigt. Der Schulleiter in Zürich, der ihn 2018 anstellt, weiss nichts von der dunklen Vergangenheit. Im März 2019 wird der Lehrer verhaftet, weil er kinderpornografisches Material besitzt.

2014 wurde die Pädophilen-Initiative angenommen. Sie fordert, dass Personen, die wegen Sexualdelikten an Kindern verurteilt werden, nie mehr mit Minderjährigen arbeiten dürfen. Der pädophile Lehrer ist nicht verurteilt, gegen ihn läuft erst ein Strafverfahren. Und zu den sexuellen Handlungen mit Minderjährigen kam es vor der Annahme der Initiative.

Dennoch ist das Verhalten der Schulbehörden in Dulliken unverständlich.
Es ist wahrscheinlich, dass die Wettinger Schulleitung dort eine Referenz zum Lehrer einholte. Trifft dies zu, hätten die Solothurner die Aargauer über die Entlassung und deren Grund informieren müssen. Dies kann informell passieren, aber der Kinderschutz muss über dem Datenschutz stehen.