Unwetter
Othmarsingen erwartet wegen dem Regen weitere Flutwellen

Othmarsingen und Umgebung wappnet sich auf eine erneute Flut. Der Kantonale Krisenstab beobachtet die Situation aber auch in anderen Aargauer Regionen.

Jürg Krebs
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Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen
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Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen
Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen

Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen

Adrian Remund/TeleM1

Den Mittwoch letzter Woche vergisst die Region Othmarsingen nicht so schnell. Der grosse Regen liess Wege zu Flüssen werden und Häuser sowie Keller volllaufen. Der Grund: Der Boden vermochte das Wasser nicht mehr zu schlucken. Doch die Gefahr ist nicht vorbei.

Thomas Spinner, Kommandant der regionalen Feuerwehr Maiengrün, rechnet damit, dass die meisten Niederschläge ab Donnerstagabend um 22 Uhr kommen werden. Die gemeinsame Begehung des Hanges oberhalb von Othmarsingen zeigte, dass es bei Niederschlägen wieder zur gleichen Katastrophe wie letzte Woche kommt.

Der Entscheid fiel in Absprache mit dem Kommandanten des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements (KKE).

Die Feuerwehr Maiengrün begann deshalb am Donnerstagnachmittag ab 15 Uhr damit, sogenannte Beaver aufzubauen, um das Wasser von den Häusern fernzuhalten.

Beaver sind lange mit Wasser gefüllte Kissen, die als Wall eingesetzt werden.

Führungsstab

Othmarsingen ist nicht die einzige Ortschaft im Aargau, die vom Wasser bedroht ist. Wie Peter Buri vom Kantonale Krisenstab mitteilt, sind Birr und Hendschiken ebenfalls bedroht. Auch dort kommen Beaver-Schläuche zum Einsatz um Oberflächenwasser in nahegelegene Bäche und Flüsse abzuleiten.

Die Regenfälle der letzten Tage, sowie die in der Nacht auf Freitag zu erwartenden Niederschläge führen gemäss Peter Buri in Flüssen zu überdurchschnittlichen Abflussmengen. Namentlich der Rhein führe Hochwasser. Bei Rheinfelden gelte die Gefahrenstufe 3, die für "erhebliche Hochwassergefahr" steht.

Für die Aare bei Brugg und die Reuss bei Mellingen gelte Gefahrenstufe 2 also "mässige Gefahr". Die Höchststände erwartet der Krisenstab im Verlaufe des Freitags – und damit eine akute Überschwemmungsgefahr.

Vom Unwetter von letzter Woche betroffen war Thomas Oppligers Sanitärfirma in Othmarsingen, die überflutet wurde. Das soll diesmal nicht mehr passieren. Oberhalb seines Gebäudes wurden von der Feuerwehr Maiengrün Schutzdämme erstellt. Oppliger gegenüber Tele M1: "ich glaube, dass diese Massnahme greift und nichts mehr passieren wird."

Kommandant Spinner erklärt, dass das Wasser oberhalb der Gemeinde aufgefangen und mittels der Beaver durchs Dorf in die Bünz geleitet wird. Spinner: "Damit sollte das Wasser nicht mehr in die Häuser fliessen."

In Echtzeit? Unmöglich!

Warum kamen die mobilen Dämme nicht schon letzte Woche zum Einsatz? Sie hätten grosse Schäden verhindern können. Kommandant Spinner erklärt: "Das Wasser kam sehr schnell, flutwellenartig und innerhalb von einer halben Stunde. Das ganze in Echtzeit aufzustellen ist schlicht unmöglich. Zum Vergleich: Heute brauchten wir dafür sechs Stunden."

Diesmal ist Othmarsingen vorbereitet. Die Feuerwehr wird die Situation die ganze Nacht über beobachten.

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