Hochwasser
Mobile Sperren: Anschaffung war Gold wert

Die Beaver-Schläuche haben allein in Wallbach am Rhein Schäden von 400'000 Franken verhindert. Billig ist das System allerdings auch nicht.

Urs Moser und Marc Fischer
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«Beaver»-Schlauch

«Beaver»-Schlauch

Zur Verfügung gestellt

Die Hochwasser-Gefahr ist fürs Erste ausgestanden. Auch der Pegelstand des Rheins ist so weit zurückgegangen, dass für die besonders exponierte Gemeinde Wallbach im unteren Fricktal gestern Nachmittag definitiv Entwarnung gegeben werden konnte.

Auch hier werden die mobilen Hochwassersperren nun abgebaut. Bis Ende Woche sollten die Retablierungsarbeiten abgeschlossen sein.

Den sogenannten Beaver-Schläuchen ist es zu verdanken, dass es am Wochenende im Aargau nicht Land unter hiess. Der Aargau verfügt über rund 1000 Laufmeter des Systems.

Die Dämmelemente werden zunächst mit Luft gefüllt und können so leicht in die gewünschte Position gebracht werden. Anschliessend werden die Schläuche mit Wasser vollgepumpt und bilden so einen stabilen Damm.

Die 1000 Meter waren in Brugg ausgelegt worden, für die Hochwassersperre in Wallbach hat man sich 550 Meter Beaver-Schläuche von der Armee dazugeliehen, wie David Bürge, Kommandant des kantonalen Katastrophen-Einsatzelements (KKE), erklärt.

Das KKE war am Wochenende mit insgesamt 92 Leuten im Einsatz. Dazu kamen allein in Wallbach zusätzlich 50 Feuerwehrleute und 40 Zivilschützer, in Brugg kämpften die Betriebslöschgruppe der Armee mit 30 bis 40 Mann, 30 Zivilschützer und weitere Feuerwehrleute gegen die Fluten.

Bürge ist zuversichtlich, dass es nach den positiven Erfahrungen nun grünes Licht für den Zukauf zusätzlicher Beaver-Schläuche geben wird. Billig ist das System nicht, 100 Meter kosten 35 000 bis 40 000 Franken.

Man rechnet allerdings damit, dass sich das System statistisch gesehen nach 1,3 Einsätzen bereits amortisiert hat. Hochrechnungen für das Hochwasser vom Wochenende kamen zum Schluss, dass in Wallbach ohne Beaver-Sperren Schäden von rund 400 000 Franken zu verzeichnen gewesen wären.

Wem keine Hochwassersperre helfen konnte: den Jungstörchen in Möhlin. Aufgrund der Nässe und kalten Temperaturen zogen sich viele Unterkühlungen und Lungenentzündungen zu.

Laut Marcel Laederach, Leiter der Storchenstation, sind «grob geschätzt die Hälfte der Jungstörche gestorben». Knapp 20 im Frühling geschlüpfte Tiere dürften überleben.

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