Lockerungen
Aargauer Regierungsrat will keine Maskenpflicht im Restaurant und Homeoffice-Pflicht aufheben

Der Aargauer Regierungsrat begrüsst die vom Bundesrat vorgeschlagenen Öffnungsschritte per Ende Mai. Die vorgeschlagene Maskenpflicht im Restaurant findet die Regierung aber praxisfremd. Die Homeoffice-Pflicht will der Regierungsrat in eine Homeoffice-Empfehlung umwandeln.

Noemi Lea Landolt
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Der Regierungsrat findet es nicht realistisch, dass Restaurantgäste dauernd die Gesichtsmasken an- und ausziehen.

Der Regierungsrat findet es nicht realistisch, dass Restaurantgäste dauernd die Gesichtsmasken an- und ausziehen.

Dominik Wunderli

Der Bundesrat entscheidet nächste Woche definitiv über weitere Lockerungen ab dem 31. Mai. Die Kantone hatten Zeit, zu den Vorschlägen Stellung zu nehmen. Der Aargauer Regierungsrat findet, der Öffnungsschritt sei angesichts der epidemiologischen Lage angezeigt.

Kein Verständnis hat der Regierungsrat dafür, dass Restaurantbesucher an den Tischen Maske tragen sollen, wenn sie gerade nicht essen oder trinken. Wie im Aussenbereich sei es auch im Innenbereich «nicht realistisch, dass die Gäste dauernd die Gesichtsmasken an- und ausziehen», heisst es in der Stellungnahme. Der Regierungsrat bezeichnet die Auflage als «praxisfremd».

Abstand zwischen Tischen statt Maske an den Tischen

Wenn die erhöhte Ansteckungsgefahr in Innenräumen begrenzt werden solle, dann soll dies über eine strikte Abstandspflicht zwischen den Gästegruppen geschehen.

Weiter schlägt der Regierungsrat vor, auf die Erhebung von Kontaktdaten in Restaurants zu verzichten. Eine solche Pflicht mache keinen Sinn, weil aufgrund der Abstandsregel keine Durchmischung von Gästegruppen stattfindet.

Aufhebung der Homeoffice-Pflicht nicht ans Testen knüpfen

Der Regierungsrat beantragt dem Bundesrat ausserdem eine generelle Umwandlung der Homeoffice-Pflicht in eine Homeoffice-Empfehlung. Der Bundesrat wollte diese Umwandlung ans Testen knüpfen. Sprich: Die Homeoffice-Pflicht wäre nur für Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden wöchentlich testen lassen, in eine Empfehlung umgewandelt worden.

Der Regierungsrat findet jedoch, eine solche generelle Regelung würde vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen und Betriebe eine grosse Belastung bedeuten sowie schweizweit zu Ungleichheiten führen. Es gebe zwischen den einzelnen Kantonen bei der Umsetzung des repetitiven Testens teilweise beträchtliche Unterschiede.

Die Verknüpfung des Präsenzunterrichts an Hochschulen beziehungsweise im tertiären Bildungsbereich mit einer Massentest-Verpflichtung lehnt der Regierungsrat ebenfalls ab. Eine solche Massnahme auf Ende Mai 2021 mache keinen Sinn, weil das aktuelle Semester bereits Anfang Juni 2021 endet beziehungsweise das neue Semester erst Mitte September 2021 beginnt – zwei Wochen vor dem geplanten Auslaufen des repetitiven Testens.

Regierung will private Treffen bis 20 Personen erlauben

Bei den privaten Veranstaltungen verlangt der Regierungsrat aus Gründen der Verhältnismässigkeit eine Erhöhung auf 20 Personen in Innenräumen und auf 30 Personen im Aussenbereich. Er argumentiert, die Beibehaltung der bisherigen maximalen Personenzahl sei unverhältnismässig, verglichen mit der Erhöhung der Personenzahl in anderen Veranstaltungskategorien.

Im Sportbereich beantragt der Regierungsrat ebenfalls weitergehende Lockerungen. Er fordert für Freiluftsport-Wettkämpfe eine Erhöhung der Teilnehmerzahl von 30 auf 100 Personen. Dieser Schritt sei vertretbar, zumal davon auszugehen sei, dass ab Juli wieder Sportwettkämpfe mit bis zu 3000 Teilnehmenden stattfinden könnten.

Eine Spezialregelung verlangt der Regierungsrat auch für Lauf- und Radsportveranstaltungen. Da diese nicht mit Sportarten auf einem Spielfeld verglichen werden könnten, schlägt er vor, dass jeweils 30er-Gruppen im Abstand von zehn Minuten starten. Die Obergrenze würde bei 300 Personen pro Halbtag festgelegt.

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